- Umfang/Format: 192 Seiten ; 18 cm
- Erscheinungsjahr: 1989
»... vor lauter Pflicht machst du die Augen zu, du willst die Augen zumachen, Papa! ... mußt du denn immer der schnurgerade Genosse sein? In Wahrheit, Papa, ist dir doch alles um dich herum scheißegal, Hauptsache, du kannst alle fünfe gerade sein lassen und die Piepen stimmen ... anders sieht die Welt aus, Papa, nicht schlechter, versuche das doch zu begreifen!«
Damals vermochte Max Klünder, Obermeister der Volkspolizei und eiserner Hüter der Gesetze, den Worten seines ältesten Sohnes nur Schläge entgegenzusetzen. Seitdem Hermann aus dem Haus getrieben war, wandeln sich Max' Träume jedoch immer mehr zu provozierenden Spiegelbildern seines Lebens, wie er sie mit offenen Augen nicht wahrzunehmen bereit ist. Ein Grenzübergang führt schließlich zum Desaster. Konfrontiert mit Recht und Gesetz, mit ungeschminkten Eingeständnissen und Forderungen der Familie, fallen nach und nach alle selbsterrichteten Schutz- und Stützwände
in sich zusammen, sind äußere Errungenschaften plötzlich nicht mehr gefragt, bleibt offen, ob noch Fähigkeit und Kraft für das Aufnehmen eigentlicher Lebenswerte aktiviert werden können. So ist das Passieren einer Grenze in dieser novellistisch zugespitzten Demontage- und Warngeschichte zugleich ein metaphorischer Vorgang für innere Grenzsituationen zwischen Erstarrung und Bewegung, Zerstörung und Liebe.
gutes Exemplar, ordentlich
- Verlag:
- Halle ; Leipzig : Mitteldeutscher Verlag
- gebundene Ausgabe,
- Artikelnummer:
- B00041154
- Gewicht:
- 400 gr