- Ausgabe: 1. - 10. Tsd.
- Umfang/Format: 186 Seiten ; 8
- Anmerkungen: Status nach VGG: vergriffen
- Einbandart und Originalverkaufspreis: : DM-Ost 5.50
- Sachgebiet: Schöne Literatur
Drei Monate sind vergangen, seit Godde, der Kapitän des untergegangenen »Canopus«, in Marseille eingetroffen ist. Die äußeren Strapazen der großen Seekatastrophe sind überwunden worden, aber die seelischen Erschütterungen wirken weiterhin nach. In seinen Ohren gellen noch die Schreie der Ertrinkenden, vor seinen Augen erscheinen immer wieder die angstverzerrten Gesichter der Frauen und Kinder, und vor allem steigt ständig aufs neue die angstvolle Frage in ihm hoch: „Wird man mich zur Rechenschaft ziehen, wird man mich schuldig sprechen?" Endlich wird er vor die Untersuchungskommission des Seeamts geladen. Die Verhand lung verläuft durchaus im freundschaftlichen Ton. Man gibt die Seeuntüchtigkeit des »Canopus« zu, man zollt Godde sogar Anerkennung dafür, daß er dem italienischen Frachter zu Hilfe geeilt ist, aber man weist ihm ein schweres Versagen dort nach, wo er es am wenigsten erwartete, nämlich in seinen Maßnahmen, die er traf, nachdem sein Schiff bereits in Seenot geraten war. Er habe infolge falscher Beurteilung der Lage zu lange mit bestimmten Anordnungen gezögert, und deshalb sei der »Canopus« nicht gerettet worden. „Ein Urteilsfehler — ich sage nicht Schuld", so drückte es der Sachverständige aus, „aber das ist eben das Großartige und Tragische Ihres Seemannsberufs, daß Sie sich nicht irren dürfen."
Peisson, Edouard (Verfasser), Kiepenheuer, Noa (Mitwirkender)
gutes Exemplar, ordentlich
- Verlag:
- Weimar : Kiepenheuer
- gebundene Ausgabe,
- Artikelnummer:
- B00062916
- Gewicht:
- 400 gr
- Lagerplatz:
- P10