- Ausgabe: Neudr.
- Umfang/Format: 442 Seiten ; kl. 8
- Einbandart und Originalverkaufspreis: : 8.-
Nachbemerkung
Die Neuherausgabe einer umfassenden Auswahl von Briefen Wolfgang Amadeus Mozarts bedarf keiner ausdrücklichen Rechtfertigung. Noch immer haben alle jene, die sich Werk und Leistung bedeutender Künstler der Vergangenheit durch ein ebenso liebevolles wie kritisches Studium ihrer Selbstzeugnisse zu erschließen suchen, mit Vorliebe auf den einzigartigen Brief, schatz aus der Feder des großen Wiener Meisters, des Klassi, kers der Klassiker», verwiesen.
In der Tat spiegelt sich bei keinem unserer großen Tonmeister so klar und ungebrochen Persönlichstes in der brieflichen Aus, sage wider. Die Unmittelbarkeit und Frische, die Herzens, wärme und Aufrichtigkeit dieser Dokumente verleiht ihnen über die Zeitspanne von nahezu zwei Jahrhunderten hinweg zugleich eine bestrickende Gegenwartsnahe, eine Aktualität, wie sie nur jenen künstlerischen oder biographischen Zeugnissen eignet, die Ausdruck eines in seiner Zeit erfüllten Lebens, eines aufder Höhe der Zeit gestandenen Schaffens sind. Und Mozart war so ganz und gar ein Kind seiner Zeit, einer Epoche des bürgerlichen Aufbruchs, daß sie ihn auchihre Widersprüche und Konflikte — um so heftiger, als sie in eine tragisch kurze Lebens, und Schaffensspanne zusammengedrängt sind — tief durchleiden ließ. So muß die Feststellung eines gerade um die Mozartfor schung so verdienten, hervorragenden Historikers wie Alfred Einstein irreführen, daß nämlich die musikalische, die geistige Entwicklung Mozarts sich e in einer Sphäre, unzugänglich und in sich geschlossen, über allen menschlichen und bürgerlichen Erlebnissen schwebend» vollzogen habe.
Woher rührt denn das starke Lebensgefühl, die innere, uns un, mittelbar ergreifende Dynamik dieser Briefe, wenn nicht aus der kämpferischen, bewußten Auseinandersetzung mit den geselle schaftlichen Gegebenheiten, mit den Widrigkeiten und Hemm, nissen einer — viele Textstellen belegen das — als kunst, und muß sikfeindlich empfundenen Umwelt? Woher das stolze, aufrechte Selbstbewußtsein, wenn nicht aus der freilich nur erst spontan empfundenen, noch nicht bewußt erkannten Zugehörigkeit zur aufstrebenden bürgerlichen Klasse? Mochte er sich von ihrer geistigen Vorhut, den französischen Aufklärern, seinen un, mittelbaren Zeitgenossen, auch hier und da ausdrücklich distanzieren (im Brief vom Sterbelager der Mutter liest man sogar die häßliche Äußerung über den »gottlosen und Erzspizbub voltaire»! ), so atmet sein Werk, sein sinfonisches und musik, dramatisches Schaffen vor allem, doch Geist von ihrem Geiste, bekennt er sich int wesentlichen zu ihren ästhetischen Anschauungen, sind seine Kompositionen von jenem nicht vordergründigen, sondern aus Leid und Schmerz geborenen Optimismus durch...
Mozart, Wolfgang Amadeus (Verfasser), Wandrey, Horst (Mitwirkender)
gutes Exemplar, ordentlich,
- Verlag:
- Berlin : Henschelverl.
- Artikelnummer:
- B00057941
- Gewicht:
- 400 gr
- Lagerplatz:
- P10