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Stoll, Heinrich Alexander: Johann Heinrich Voss Teil: Bd. 2., Der Löwe von Eutin

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  • Umfang/Format: 708 Seiten

Dieser zweite Band über Johann Heinrich Voß (1751-1826) ist nicht im engen Sinn die Fortsetzung des ersten, sondern als Roman in sich geschlossen. Während der erste Band die Zeit bis 1778 behandelte, wird uns Voß hier als reifer Mann nahegebracht, als ein Mann, der nie müde wurde, sich kämpferisch für das von ihm als wahr Erkannte einzusetzen. Seine bis heute nicht übertroffenen Übersetzungen der Odyssee und der Ilias zeigen uns, daß es niemandem wie ihm gelungen ist, den Hexameter zur Ausdrucksform deutscher dichterischer Sprache zu machen. Das wird auch in seinen *Idyllen» deutlich, deren Ruhm heute noch nicht ganz verblaßt ist. Bis zum Alter von 50 Jahren ist Voß Schulrektor gewesen, zunächst in Otterndorf,einem Städtchen in der Marsch, dann in Eutin, einer fürstbischöflichen Residenz in Holstein. Wir lesen mit Befremden und Erstaunen, was damals einem Rektor an Wohnung und Gehalt zugemutet wurde; daß der Rektor in der höfischen Rangordnung nach dem Kammerdiener kam, gab Voß Anlaß zu besonderem Spott, aber auch dazu, sich zu wehren. Er war ein guter Lehrer. Seine Pläne einer Unterrichtsreform sind vergessen, waren aber für die damalige Zeit höchst beachtlich. Als Mann der Aufklärung glaubte er an die Vernunft und Würde des Menschen. Darum bejahte er die Französische Revolution und begrüßte sie als Kampf um Freiheit und Recht des Volkes gegenüber dem Adel und den Feudalherren. Dieser Haltung ist er im Gegensatz zu seinem Jugendfreund Stolberg treu geblieben. Vom langsamen und schmerzvollen Zerbrechen dieser Freundschaft handeln weite Partien des Buches. Zwischen den beiden Männern standen ihre Frauen Ernestine und Agnes; jeder Leser wird sich freuen, in diesem BuchzureisoliebenswertenFrauengestalten zu begegnen. Von den letzten beiden Jahrzehnten seines Lebens, die Voß als Professor in Heidelberg verbrachte, erzählt der Roman nur wenig. Der Gelehrte Voß wurde, bei allen Verdiensten um die Sprachwissenschaft, rechthaberisch und streitsüchtig, seine Muse schwieg. Dennoch blieb er der Nachwelt verehrungswürdig, und als einer der Großen seiner Zeit tritt er uns aus dem Roman entgegen: der Schulmann und Wissenschaftler, der Dichter, der Gatte und Vater und vor allem der hervorragende Übersetzer, dem wir es danken, daß, nach Schillers Wort, die Sonne Homers auch uns lächelt.

 

Band 2

gutes Exemplar, altersgemäß gebräunt, Gesamtzustand gut

Verlag:
Berlin : VOB Union Verl.
gebundene Ausgabe,
Artikelnummer:
B00064973
Gewicht:
400 gr
Lagerplatz:
B3