- Umfang/Format: XXIX, 414 Seiten : mit Abb. ; 4
- Anmerkungen: Mit Literaturverz. (Seiten 405 - 409) Status nach VGG: vergriffen
- Einbandart und Originalverkaufspreis: : 42.-
- Sachgebiet: Musik, Tanz, Theater, Film, Rundfunk
Vorwort
Audi chorum organicum instrumentum musicum
(Graduale des St. Thomas-Stifts zu Leipzig um 1300)
Das vorliegende Buch bildet ein „montanenturn Scholae Thomanae" zur 750-Jahr-Feier einer Institution, die in ihrer Bindung an die kirchliche Musik „Resultat der musikalischen Kultur vieler Generationen" (Sinding) und mit ihrem Leben vielfältig in die Geschichte der Kirchenmusik einbezogen ist. Es stellt den Versuch dar, zugleich die Geschichte einer humanistischen Schule in Bildern und Dokumenten wiederzugeben, aus welcher Jahrhundert um Jahrhundert bedeutende Lehrer und Schüler, Musiker, Künstler, Gelehrte und Wissenschaftler als deren ruhmvolle oder anonyme Repräsentanten hervorgegangen sind. Die großen Namen der Thomaskantoren sind neben die unbekannten, in der Stille der Vergangenheit wirkenden Träger der Tradition gestellt, die das Große vorbereitet oder fortgeführt haben. Das Bild der geistigen Führer und Lehrer der Schule steht neben dem der Schüler, in deren Leben das Format der Schule ihrer Jugend wiederzuerkennen ist.
Die Armut der Herkunft ist in den Schülergenerationen vielfach von einem Reichtum der Begabungen begleitet, welcher die Entfaltung bedeutender Kräfte der Persönlichkeit gegen widrige Zeitverhältnisse ermöglicht hat, „wie denn unsere Schuel :schola pauperum ist und genennet wird").
Nicht nur in ‚ihren Anfängen war die Thomasschule eine „schola pauperumcc, in ihr wurden zu allen Zeiten junge Menschen jeder Herkunft und jeder Begabung aufgenommen. Das Beispiel der Thomaskantoren Schelle, Doles, Richter und Ramin, auch der Bildungsgang vieler Handwerker-, Kantoren- und Lehrerssöhne beweist, daß die Thomasschule mit ihrem Zustrom junger Begabungen aus Sachsen und Thüringen und aus dem ganzen deutschen Land bis in die jüngste Zeit ihrer Geschichte keine privilegierte Standesschule geworden ist.
Die Darlegung dessen, was die Thomasschule war, kann nicht erschöpfende Vollständigkeit und Kontinuität erreichen, doch in den gezeigten Bildern das Wesen der Institution und deren geistiges Fortwirken erkennen lassen. Die Fundamente, auf denen dieses Bildungsinstitut errichtet wurde und seine Bedeutung gewann, waren die Tradition der humanistischen Bildung, der christliche Glaube und die Kirchenmusik im täglichen Leben der Alumnen. In manchem Thomanerschicksal drückt sich das Glück der Erfahrung aus, von Kind an in der Freude und Heiligkeit der Musik aufzuwachsen und damit zu leben, wie es der sehnliche Kinderwunsch Friedrich Rochlitz' nennt: „vielleicht ein Thomaner werden und dann alle Tage sich statt singen zu können".
So in das Leben eingefügte Musik gehört zur Fülle der Bildung jugendlicher Gemüts- und Verstandeskräfte: „Unter allen Instrumenten, dient das der Erziehmusik am besten, welches dem Spieler selber angeboren ward: die Stimme. In der Kindheit der Völker war das Reden:
Knick, Bernhard (Verfasser), Mezger, Manfred (Mitwirkender)
gutes Exemplar, ordentlich,
- Verlag:
- Wiesbaden : Breitkopf & Härtel
- Artikelnummer:
- B00071006
- Gewicht:
- 1900 gr