- Ausgabe: Autoris., leicht gek?rzte Ausg.
- Umfang/Format: 225 Seiten : Illustrationen ; 21 cm
- Anmerkungen: Diskogr. Seiten 218 - 222 Status nach VGG: vergriffen
- Einbandart und Originalverkaufspreis: : M 14.00
- Sachgebiet: Musik ; 49 Theater, Tanz, Film
»Das war mein Teil« nannte die legendäre Opernsängerin Frida Leider ihre lesenswerten und aufschlußreichen Lebenserinnerungen. Sie berichtet anregend und unterhaltsam über ihre persönlichen Begegnungen mit berühmten Dirigenten, Impresarios und vielen Sängerkollegen, und sie läßt damit zugleich ein Stück Operngeschichte lebendig werden. Frida Leider, die von 1888 bis 1975 lebte, feierte Triumphe vor allem als Wagner-Interpretin, zum Beispiel als Isolde und Brünnhilde, gastierte in diesen Rollen an der Londoner Covent Garden Opera, der New-Yorker »Met«, an der Mailänder Scala und natürlich bei den Bayreuther Festspielen. In den dunklen Jahren der Nazi-Herrschaft wurde sie aus politischen und persönlichen Gründen gezwungen, ihre künstlerische Tätigkeit immer mehr einzuschränken, besonders auch ihre Auslandsgastspiele. Nach 1945 berief man sie wieder an ihre alte und geliebte Wirkungsstätte, die Berliner Staatsoper, und stellte ihr neue und verdienstvolle Aufgaben als Leiterin eines Nachwuchsstudios und Regisseurin. Anläßlich ihres 85. Geburtstages erinnerte sie sich ihrer jahrzehntelangen Arbeit an diesem bedeutenden Opernhaus und schrieb an den Intendanten, Prof. Dr. Hans Pischner: »Mein Wirken an der Deutschen Staatsoper, der ich meine ganze Kraft und mein ganzes Können widmete, wird auch mir unvergeßlich bleiben und gehört zu meinen schönsten Erinnerungen. Es war als junge Sängerin und Berlinerin mein höchstes Ziel, die Berliner Staatsoper zu erobern, und Sie können sich denken, wie glücklich ich war, als ich dieses Ziel erreicht hatte.«
Unsere Buchausgabe verdeutlicht den Entwicklungsweg der Sängerin, nicht nur mit zahlreichen dokumentarischen Fotos, sondern auch mit notwendigen »Stichworten
zu einem Selbstzeugnis« von Hans-Peter Müller, die diesen erzählerisch-lockeren, gefühlsbetonten Bericht Frida Leiders ergänzen und sachlich-informierend mit ebensoviel Wertung wie Wertschätzung kontra-punktieren.
Wichtiger Bestandteil des umfangreichen Anhangs (Diskographie, Rollenverzeichnis, Personenregister) ist ein bisher unbekannt gebliebenes Manuskript aus dem Nachlaß, das als künstlerisches Bekenntnis und letzte schriftliche Aufzeichnung der Sängerin angesehen werden kann. 1973, zwei Jahre vor ihrem Tod, kommt darin Frida Leider auf ihre »Erinnerungen einer Opernsängerin« zurück und schließt mit den bedeutungsvollen Worten: »Wir stehen im Augenblick in einer völlig veränderten Welt, die auch kommenden brennenden künstlerischen Fragen ihren Stempel aufdrücken wird. Vielleicht wird mein Bericht dann einer heranwachsenden Generation >historisch< erscheinen. Aber die obersten Gesetze, die den gottbegnadeten Künstler zwingen, das Höchste zu erreichen und zu geben, werden ewig sein!«
Überzeugen wir uns selbst von der Lebendigkeit und Ausstrahlungskraft ihrer Autobiographie, die den Leser und Opernfreund unserer Tage unmittelbar anspricht und nichts weniger als veraltet wirkt. Ein Memoirenbuch, nicht ohne didaktischen Wert für den sängerischen Nachwuchs, aber zugleich .ein wiederentdeckter und -aufgelegter Erinnerungsband, der voller Reiz und bedeutsamer künstlerischer Zeitereignisse ist.
Einband leicht berieben, sonst ordentlich und gut erhalten
- Verlag:
- Berlin : Henschel
- gebundene Ausgabe,
- Artikelnummer:
- B00071048
- Gewicht:
- 400 gr