- Ausgabe: 2., erg. Auflage
- Umfang/Format: 231 Seiten : Illustrationen ; 21 cm
- Anmerkungen: Ausg. f?r d. DDR Status nach VGG: vergriffen
- Einbandart und Originalverkaufspreis: (Pr. nicht mitget.)
- Sachgebiet: Schöne Literatur
Rolf Grunow legt hiermit den dritten Band vor, der „Begegnungen" mit großen Namen aus der Musikgeschichte vermittelt: Nach Johann Sehastian Bach und seinem Zeitgenossen Georg Friedrich Händel sollen im vorliegenden Buch Begegnungen mit Schütz, dem 100 Jahre vor den heiden anderen Geborenen, herbeigeführt werden.
Heinrich Schütz, 1585-1672, lebte in einer Zeit großer geistesgeschichtlicher Bewegungen, einer Zeit, „die Riesen brauchte und Riesen zeugte, Riesen an Denkkraft, Leidenschaft und Charakter, an Vielseitigkeit und Gelehrsamkeit". Mit dieser Biographie wird ein ungewöhnliches Schicksal vor dem Leser ausgebreitet: Heinrich Schütz' Lebensweg verlief ganz und gar entgegen den Wünschen seiner Eltern. Er sollte einmal die Laufhahn eines Rechtsgelehrten einschlagen und niemals ein „Fürstenknecht" werden. Aber sein ihm „vorgezeichneter" Weg führte den Knaben aus dem Gasthofe seiner Eltern in das Gymnasium des Landgrafen Moritz von Hessen-Kassel, der ihn anschließend zur musikalischen Aushildung nach Italien schickte. Zurückgekehrt, widmete er sich dem Studium der Rechte. Bald wurde der Kurfürst von Sachsen auf seine hervorragenden musikalischen Fähigkeiten aufmerksam und holte ihn an seine Residenz. Mit 32 Jahren wurde er Hofkapellmeister, ein Jahr vor den Begebenheiten in Prag, die den Dreißig-
jäbrigen Krieg auslösten, den Schütz in seiner ganzen Länge und Bitterkeit auskosten mußte. Ein umfangreiches kompositorisches Werk entstand: neben Hofmusiken vor allem Vertonungen geistlicher Texte in den verschiedensten Besetzungen.
Hatte vor ihm Michael Praetorius (1571 bis 1621) durch seine viele Bände umfassenden Bearbeitungen den Reichtum des jungen evangelischen Kirchenliedes ausgeschöpft, so wendet sich Schütz unmittelbar dem Bibelwort und anderen Meditationstexten zu. Diese Texte werden durch die Eigenart der Komposition zu einer Predigt für den, der zu hören versteht. In welcher Weise er dabei zu Werke ging, wird in der vorliegenden Anthologie — auch ohne ein Notenheispiel zu bieten — sehr deutlich. Die Darlegungen zu diesem Thema vermitteln Einhlicke in die Werkstatt und die Gedankengänge des Meisters, sie helfen, seine Musik aufgeschlossener zu hören, und lassen zugleich seine tiefe Gläubigkeit erkennen.
Als Fazit sämtlicher Beiträge ergibt sich das Bild einer Persönlichkeit, die bei aller Genialität und trotz aller Widerwärtigkeiten ein vorhildliches Leben treuer Pflichterfüllung führte. Ja, es zeigt sich, daß Heinrich Schütz der Mensch war, den seine Zeit brauchte: ein Riese an Denk- und Schaftenskraft, ein Riese an Leidensfähigkeit und Charakterstärke.
Grunow, Rolf (Herausgeber)
gutes Exemplar, ordentlich,
- Verlag:
- Berlin : Evangelische Verlagsanstalt
- gebundene Ausgabe,
- Artikelnummer:
- B00071113
- Gewicht:
- 400 gr