- Ausgabe: 1. Auflage
- Umfang/Format: 411 Seiten ; 21 cm
- Anmerkungen: Lizenzausg. - Ausg. für d. DDR.
- Erscheinungsjahr: 1978
Ein Mann soll sich schuldig bekennen, weil ein anderer auf ihn geschossen hat. Über dieses Ansinnen zweier Staatsanwälte möchte Zerutt homerisch lachen, nur lacht es sich schlecht mit drei lebensgefährlichen Schußverletzungen, und es lacht sich schlecht über Dr. Peter Albisser, den Schützen und Schweizer Gymnasiallehrer. Zerutt kennt Albisser mit allen seinen Neurosen zu genau, er weiß, daß dessen Leben der vergebliche Versuch ist, einen festen Punkt zu finden, von dem aus das kleinbürgerlich-intellektuelle Dasein in der Schweiz zu bewältigen wäre, er weiß, daß sich der kerngesunde Albisser bis an den Rand der Krankheit untersuchen und operieren ließ, um endlich seine Krankheit ärztlich-autoritär bescheinigt zu bekommen, Zerutt weiß auch, daß Albisser, als sich die Krankheit nicht einstellen wollte, in die politische Revolte aufbrach, und Zerutt weiß, daß Albisser auf ihn schoß, weil er sich von ihm, Zerutt, eines Tages durchschaut fühlte. Dabei hat sich Zerutt niemals in Albissers Existenz gedrängt, im Gegenteil, der Herr Doktor phil. hatte Rat und Hilfe bei dem alten Mann mit dem Landstreichernamen gesucht. Der Außenseiter Zerutt aber hatte nur die Wahrheit. Für die Staatsanwälte ist das ein »hinreichendes Verdachtsmoment«. Nach ihren Begriffen stört Zerutt die Ordnung ihrer Welt. Wo käme sie hin, wenn jeder jedem die Augen öffnen könnte?
ordentliches Exemplar, Einband und Buchblock mit kleinen Lesespuren, Buchblock altersgemäß gebräunt, Gesamtzustand: gut
- Verlag:
- Berlin : Verlag Volk u. Welt
- gebundene Ausgabe,
- Artikelnummer:
- B00042592
- Gewicht:
- 400 gr