Heinrich (Verfasser) Vogeler
Werden : Erinnerungen ; mit Lebenszeugnissen aus den Jahren 1923 - 1942 / Heinrich Vogeler. [Neu hrsg. von Joachim Priewe u. Paul-Gerhard Wenzlaff]
9,70 € incl. tax, plus shipping
- Ausgabe: 1. Auflage
- Umfang/Format: 587 Seiten : 71 Illustrationen ; 22 cm
- Einbandart und Originalverkaufspreis: Gewebe : M 24.80 3-352-00075-1 Gewebe : M 24.80
- Sachgebiet: Bildende Kunst
Als sich am Ende des vorigen Jahrhunderts eine Gruppe junger Maler aus Protest gegen den erstarrten Akademismus der Gründerzeit in das abgeschiedene Dorf Worpswede zurückzog, entwickelte sich die von Fritz Mackensen und Otto Modersohn, von Fritz Overbeck und Hans am Ende repräsentierte Künstlerkolonie rasch zu einem stilprägenden Zentrum, das Scharen von Besuchern anzog, darunter so prominente wie Carl Hauptmann, Richard Dehmel und -Rainer Maria Rilke. Neben der früh verstorbenen Paula Modersohn-Becker, die der Ruhm erst nach ihrem Tode erreichte, gehört auch Heinrich Vogeler zu den Mitbegründern der Worpsweder Schule. Während sich seine Kollegen vornehmlich als Entdecker der kargen Moorlandschaft einen Namen machten, ging er andere Wege. Mit Vorliebe gestaltete er traumhaft entrückte Frühlingslandschaften und romantische Märchenmotive. Seine Radierungen und Zeichnungen, die er mit üppigen floralen Jugendstilornamenten umrankte, erinnern manchmal ein wenig an die Linienführung von Beardsley. Aber nicht nur als Schöpfer einer phantastischen Traumwelt entzog er sich der sozialen Wirklichkeit, sein Anwesen, den Barkenhoff, ließ er zu einem Kunstwerk im Empirestil umge-
stalten, zu einer »Insel der Schönheit« hinter hohen Hecken. Und er selbst liebte es, sich in biederen
zu präsentieren,in Tracht mit Zylinder, Vater mörder und Bratenrock zum wandelnden Zitat aus einer anderen Welt herausgeputzt«, um zu unterstreichen, wie wenig ihn das aufgeregte Leben jenseits seiner heilen Welt angeht. Aber die Märchenprinzallüren des erfolgreichen jungen Künstlers, der mit Aufträgen überhäuft wurde und sich auch als Architekt und vielseitiger Kunstgewerbler bewährte, erwiesen sich auf Dauer als eine wenig pro-. duktive Lebensform. Spätestens 194 bei Ausbruch des Krieges zerschellte dieses kunstvoll stilisierte Traumreich ...
Am Ende eines bewegten, konfliktreichen Lebens hat sich Voge/er Rechenschaft gegeben über seMen mit seltener Konsequenz ausgeschrittenen Weg vom verwöhnten Publikumsliebling des Bür.. gerturns und feinsinnigen Ästheten zum »Sozialisten der Tat« an die Seite der revolutionären Arbeiterbewegung. Die Fragment gebliebene Autobiographie die in ihrer Ehrlichkeit zu den bewegendsten Lebensdokumenten dieses Jahrhunderts
gehört, wird um zahlreiche Briefe er-
gänzt die Aufschlüsse über den weiteren
Lebensweg des Malers Heinrich Vogeler
geben.
gutes Exemplar, ordentlich,
- Articlenumber:
- B00063098
- Weight:
- 1400 gr
- Storage space:
- BS_Bibliothek