Yoga als komplementäre Therapie bei Brustkrebs
Ein Interview
Dr. Ingrid Kollak ist Professorin für Gesundheits- und Pflegewissenschaft an der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin. Ihr Interessen- und Forschungsschwerpunkt liegt auf Entwicklungen in der Pflegewissenschaft und Pflegetheorie, interkulturellen und internationalen Aspekten pflegerischer Ausbildung und Versorgung sowie Gesundheitsvorsorge und Yoga.
Mit Viveka hat sie über die Ergebnisse ihres Forschungsprojekts zur Auswirkung von Yoga auf Frauen nach Brustkrebsoperationen gesprochen, bei dem auch Karin Gadischke mitwirkte. Der Artikel beinhaltet ein Gespräch und eine Studie, die Yogalehrende als Argumentationshilfe bei der Frage nach der Wirksamkeit von Yogaunterricht nützlich sein kann.
Aus der Praxis – Yoga in den Wechseljahren
Die Wechseljahre sind gekennzeichnet durch eine Vielzahl ambivalenter Gefühle, ebenso wie ein großes Spektrum körperlicher Veränderungen und Befindlichkeitsschwankungen. In dieser Zeit kann Yoga für Frauen unterstützend wirken. Yoga hat aber auch das Potenzial, störenden Symptomen dieser Umstellungszeit im Frauenleben entgegenzuwirken. Das gilt allerdings nur, wenn eine entsprechende Übungspraxis regelmäßig geübt wird und individuell ausgerichtet ist – auch für Yogaunterrichtende eine besondere Herausforderung. Davon und von den Lebensprozessen, die die Wechseljahreszeichen hervorrufen, handelt der vorliegende Artikel.
Yoga im Nationalsozialismus
Ein Gespräch mit Mathias Tietke über sein gerade erschienenes Buch:
Viveka: Die Frage danach, wie sich der Nationalsozialismus auf Yoga beziehen konnte, scheint uns auch eine Frage danach zu sein, auf welche Texte man sich bezieht, wenn man Yoga meint. Bis vor gar nicht so langer Zeit galt in deutschen Yogakreisen die Bhagavad Gita als der Yogatext schlechthin; das Yoga Sūtra spielte kaum eine Rolle. Was Yoga angeht, genießt in Indien das Yoga Sūtra als philosophisch-praktisches System viel weniger Anerkennung als die Bhagavad Gita. Im Buch nimmt die Bhagavad Gita nun eine besondere Rolle ein: Der Gestapochef und SS-Reichsführer Himmler hat, in der Bhagavad Gita eine moralische Untermauerung seiner SS-Ideologie gesehen. Hat er sie dabei einfach nur falsch verstanden?
M. Tiedke: Aus meiner Sicht hat Himmler zwar die Bhagavad Gita nicht in allen ihren Facetten und Widersprüchlichkeiten erfasst, aber er hat sich einige wesentliche Aussagen der Gītā zu eigen gemacht. Himmler hat sich auf das vierte Kapitel bezogen. Darin geht es unter anderem um eine Handlungsweise, wonach man als Handelnder nicht an die Handlung gebunden, also für das Ergebnis und die Folgen seines Tuns nicht verantwortlich ist. Berechtigte Zweifel und schlechtes Gewissen werden durch einige dieser Verse erheblich entlastet und zugleich wird gemahnt, man müsse seine Pflicht erfüllen. Diese Ausführungen kamen für Himmler, einem der Hauptverantwortlichen für Verfolgung, Vertreibung und Völkermord, zu diesem Zeitpunkt, mitten im 2. Weltkrieg, sehr gelegen, zumal es in dem in der Bhagavad Gita beschriebenen Grundkonflikt um einen Krieg geht, der sanktioniert wird …
Viveka – Hefte für Yoga, Zeitschrift
gutes Exemplar, ordentlich
- Heft
- Artikelnummer:
- B00072315
- Gewicht:
- 400 gr