Obwohl oder gerade weil lange Zeit ein Tabuthema, sind Erscheinungsformen, quantitative Entwicklungen und gesellschaftliche Hintergründe von 'Jugendgewalt' bzw. 'Gewalt in der Schule' innerhalb der letzten Jahre intensiv erforscht und beschrieben worden.
Das Autorenteam der Studie "Schülergewalt als Schulproblem" (Tillmann u.a.), das eine repräsentative Befragung hessischer Sekundarschüler durchgeführt hat, weist z.B. darauf hin, dass es neben familialen und gesellschaftlichen auch viele "hausgemachte" Gründe für ein gewaltbelastetes Schulklima gibt. Durch organisatorische Bedingungen, durch das Sozialklima und die Lernkultur könne in der Schule Gewalt erzeugt bzw. gefördert, andererseits aber auch gedämpft bzw. abgebaut werden.
Solche Erkenntnisse und Einsichten haben allerdings in den meisten Schulen in Deutschland und Osterreich noch nicht den erwarteten praktischen Widerhall gefunden. Dabei besteht ein deutlicher Zusammenhang der Gewalthäufigkeit in der Schule damit, wie Schüler die Reaktionen ihrer Lehrer wahrnehmen. Kurz: Wo Lehrer sich kümmern und nicht wegsehen, geht es auch friedlicher zu. Dies schafft man aber nicht als Einzelkämpfer. "Gemeinsam statt einsam" zu agieren, verspricht hier mehr Erfolg.
Es liegt deshalb auf der Hand, den Umgang mit den Erscheinungsformen und Präventionsmöglichkeiten von Gewalt und Bemühungen um Schulentwicklung zusammenzuführen. Dazu will dieses Heft Informationen, Anregungen und konkrete Beispiele liefern. Den langen Atem und das nötige Quantum Frustrationstoleranz müssen unsere Lehrer selber beisteuern.
gutes Exemplar, ordentlich
- Verlag:
- Innsbruck ; Wien : Studien-Verl.
- 104 Seiten
- Literaturangaben
- Heft
- Erziehung, Bildung, Unterricht ; 14 Soziologie, Gesellschaft ; 11 Psychologie
- Artikelnummer:
- B00076981
- Gewicht:
- 400 gr
- Lagerplatz:
- Z10_3_2