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Leit- und Feindbilder in DDR-Medien Teil: Beih., Militärpropaganda im Fernsehen der DDR : dargestellt anhand einiger vom Gesamtdeutschen Institut mitgeschnittener Sendungen und erarbeiteter Begleitmaterialien

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  • Umfang/Format: 162 Seiten : Illustrationen
  • Einbandart und Originalverkaufspreis: kartoniert 3-89331-283-8 kartoniert

Wehrerziehung und Militärpropaganda in der DDR
Ein markantes Unterscheidungsmerkmal zwischen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland zeigte sich bereits im Straßenbild. Während im Westen Deutschlands Uniformen und Uniformierte relativ wenig zu sehen waren, schienen sie in der DDR allgegenwärtig zu sein. Nicht nur die vielen uniformierten Soldaten der Nationalen Volksarmee (NVA) fielen dabei auf, sondern auch die steingrauen Uniformen der Betriebskampfgruppen der SED, die etwas helleren Uniformen der Gesellschaft für Sport und Technik (GST), die ebenfalls eine paramilitärische Organisation war, die hellblauen Uniformen der Zollverbände und nicht selten die uniformähnlichen Kluften von FDJ und Kindern der Pionierorganisation „Ernst Thälmann". Die Militarisierung des gesellschaftlichen Lebens spiegelte sich auch im Hang zur Uniformierung; selbst die Reichsbahner trugen noch die aus preußischer Zeit stammenden Uniformen mit Schulterstücken und Rangabzeichen.
Nach dem Wehrdienstgesetz der DDR vom 25. 3. 1982 war die Vorbereitung auf den Wehrdienst fester Bestandteil der zentral organisierten Bildung und Erziehung an den allgemeinbildenden Schulen, in der Berufsbildung, an Fach- und Hochschulen sowie an Universitäten. Auch die Betriebe und Massenorganisationen hatten auf den Wehrdienst vorzubereiten. Diese „sozialistische Wehrerziehung" umfaßte sowohl physische Ertüchtigung als auch ideologische Bewußtseinsbildung, also
-- die sozialistische Bewußtseinsbildung und die Entwicklung des militärpolitischen Denkens aller Bürger,
—    den Wehrunterricht an den allgemeinbildenden Schulen, die wehrpolitische und wehrsportliche sowie vormilitärische Ausbildung der Jugend,
—    die politische und militärische Ausbildung in der NVA, in den Grenztruppen der DDR, in den Kampfgruppen und in den anderen bewaffneten Organen der DDR,
—    die militärpolitische Massenpropaganda u. a." (Wissensspeicher/Wehrausbildung, Berlin-Ost 1981, S. 29).
Immer wurde auch auf das Leitbild der „ruhmreichen Sowjetarmee" verwiesen, deren Sieg über den Hitler-Faschismus gleichsam (zusammen mit der angeblichen Gesetzmäßigkeit historischer Entwicklungen) als Erfolgsgarantie beim Kampf gegen die „Feinde des Sozialismus" angesehen wurde.
Leit- und Feindbilder finden sich bereits in Lesebüchern für den Deutschunterricht der 4. Klassen, also für 9- bis 10-jährige Schüler:
,Wir gehen in Richtung Potsdamer Platz ... Ich denke daran, welche Verantwortung unsere Grenzsoldaten tragen und wie gefährlich ihr Dienst ist, denn seit dem 13. August 1961 wurden unzählige verbrecherische Anschläge auf unsere Staatsgrenze verübt. Viele Male hat man unsere Grenzposten von Westberlin aus beschossen, und außer unserem Genossen Reinhold Huhn wurde eine ganze Anzahl weiterer Grenzsoldaten, unter ihnen der junge Lehrer Egon Schulz, feige umgebracht oder schwerverletzt.
Aber all das hat den Verbrechern nichts genützt. An der überlegenen Ruhe unserer Grenzsoldaten und an ihrer Besonnenheit prallten alle feindlichen Angriffsversuche ab. Ich schaue in die vom Wetter gebräunten entschlossenen Gesichter der beiden Genossen neben mir. Alle Grenzsoldaten unserer Deutschen Demokratischen Republik wissen, daß sie sich für eine gute, gerechte Sache einsetzen"
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ordentlich, gutes Exemplar

Articlenumber:
B00055421
Weight:
400 gr
Storage space:
A28