Angst vor der Angst ist ein Merkmal unserer Zeit: Umweltzerstörung, Überrüstung, Kernkraftrisiken, neue Krankheiten, Bedrohung der Arbeit bewirken Abstumpfung als psychische Abwehrhaltung. Von Katastrophen, die man befürchtet, will man nichts mehr hören und sehen. Daß entfesselter technischer Fortschritt das Sicherheitsgefühl schwinden läßt, zu dessen Stärkung ihn moderner Heilsglaube erwählt hatte, ist schwer zu verarbeiten. Also tut eine neue Besinnung darauf not, in welcher Einstellung zum Leben wir Technik weiterentwickeln wollen, um nicht in einem konzeptlosen hektischen Weitermachen so oder so unterzugehen.
Zu dieser neuen Selbstbesinnung regt Horst-Eberhard Richter über Jahre hin in Vorträgen und Aufsätzen an. Als politisch engagierter Arzt und Psychoanalytiker warnt er vor der stumpfen Hörigkeit vor Sachen (oder Sachzwängen) und bekräftigt Albert Schweitzers Ethik einer »Ehrfurcht vor dem Leben«.
Im vorliegenden Buch zeigt Richter auf, wie Gesundheit durch mannigfache lebensfeindliche soziale Einflüsse gefährdet wird und umgekehrt eine Vermenschlichung diverser sozialer Bedingungen bis hin zur internationalen Politik erfordert. Aus den Ansätzen eines »neuen Denkens«, sichtbar im Moskauer Reformgeist und in beiderseitigen Abrüstungsinitiativen, schöpft er als international aktiver Vertreter der ärztlichen Friedensbewegung besondere Hoffnungen.
gutes Exemplar, ordentlich
- Articlenumber:
- B00077349
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- 400 gr
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