Das Zarenreich erlebt die letzten Tage vor dem ersten Weltkrieg. Die Mobilmachung ist angeordnet, alles erwartet die Kriegserklärung. Matrosen und Offiziere, Arbeiter und Intellektuelle, Anarchisten und Spekulanten sehen dem Krieg entgegen: begeistert die einen, voll Abscheu die anderen. Zweimal besucht der junge Seekadett Juri Liwitin seinen Bruder Nikolai, Leutnant auf dem Linienschiff „Graf Suworow", und jedesmal verläßt er ihn erregt und voll quälender Gedanken. Das erstemal erlebt Juri an Bord des Schiffes eine „Meuterei", das zweitemal erzählt ihm der Bruder von seinem Plan, heimlich die Kieler Bucht zu verminen. Der Vorschlag wird verworfen, vergebens hat Nikolai gegen den Unverstand der Admiralität angekämpft. Damit ist eine Vorentscheidung gefallen: klar zum Untergang heißt es nicht nur für die „Graf Suworow", auch für den Zarenstaat. Beide Besuche beim Bruder haben in Juri Illusionen zerbrochen. Er spürt das Verhängnis, fühlt, daß er seinen Platz im Leben neu bestimmen muß.
In bilderreicher Sprache, mit psychologischem Feingefühl und glänzender Ironie, die sich stellenweise zu bitterem Sarkasmus steigert, schildert Sobolew den Alltag der zaristischen Ostseeflotte, die Welt der Matrosen und Offiziere. Sobolew gilt zu Recht als großartiger Kenner des russischen Ma-
rinemilieus.
gutes Exemplar, ordentlich
- Articlenumber:
- B00077529
- Weight:
- 400 gr
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- E56