Max Frischs Reisen durch das vom Krieg tief erschütterte Europa — die wichtigsten Stationen sind Frankfurt, München, Berlin, Prag, Warschau, Wien und Mailand — sind der biographische Hintergrund und äußere Anlaß des ersten Tagebuchs aus den Jahren 1946-1949, das die Grenzen eines Reisetagebuchs jedoch weit überschreitet. Die private Sphäre des Autors tritt hier zurück zugunsten eines locker verbundenen Mosaiks von Reflexionen über Politik, Literatur, Theater und von Erinnerungen an Begegnungen wie beispielsweise mit Brecht und Wilder. Hinzu kommen Aperçus und literarische Skizzen, die persönlich Erlebtes
zum Erzählstoff umwandeln und es so über seine augenblicksbezogene Gültigkeit hinausheben.
Das zweite Tagebuch, zwanzig Jahre später, übernimmt die Strukturen des ersten und erweitert sie. Augenzeugenberichte und Kommentare zum Tagesgeschehen ergeben mit dem dritten Element, der Fiktion, das Logbuch eines Einzelgängers auf dem Weg zu politischem Bewußtsein. Porträts von Zeitgenossen belegen die subjektive Auseinandersetzung des Autors mit der Gegenwart. Das Problem des Alterns bleibt nicht ausgespart. Themen wie Heimat, Ehe, Geld, Freundschaft, Eigentum, Hoffnung erweiten
die offene Selbstbefragung immer wieder der zu einer Befragung des Lesers. D mit sind die Aufzeichnungen als Tei des erzählerischen Werks von Max Frisch eine Herausforderung, und zwar nicht durch Lehre, sondern i Eingeständnis der Skepsis.
»Diese Unaufdringlichkeit, dieses aufmerksame Zuhören und zuverlässige Präsentsein ohne jegliches Mitteilungsbedürfnis — das ist bewegend besonders dann, wenn einer so viel zu sagen hat wie Frisch, sei es im Bereich des öffentlichen oder in dem des
Persönlichen (Altern, Freundschaft, Ehe).«
Heinz F. Schafroth
»Was auf allen >Ebenen< dieses Tagebuchs beeindruckt und in vielen Passagen unsere Bewunderung fordert, ist die strahlende Intelligenz und die stilistische Bravour des Autors, welch Reichtum an Beobachtungen und Reflexionen, welche Fülle und The-
men, welche Vielfalt an literarischen For
Rudolf Hartung
men.«
»Frisch will mit seinem >Tagebuch< den Lesern nicht nur seine eigenen Erfahrungen und Einsichten vermitteln. Er will sie veranlassen, über sich selbst, über ihre Einstellungen und ihre Verhaltensweisen Rechen-
schaft abzulegen.« Buchberater
>Wovon erzählt Frisch? Von der Liebe, also von der Vergänglichkeit; vom Tod, also von der Angst vor dem Tod. Da es die Liebe immer noch gibt, und da man den Tod noch immer nicht abgeschafft hat, bleibt nichts anderes übrig, als zu diesen
Fragen zurückzukehren.
... Dankbarkeit für eines der schönsten
und geistreichsten deutschen Bücher dieser
Jahre.« Marcel Reich-Ranicki
gutes Exemplar, ordentlich
- Articlenumber:
- B00077771
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- 800 gr
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