Wien um die Jahrhundertwende. Ein junges Mädchen aus gutem Hause, elf Jahre alt, schreibt ein Tagebuch, dreieinhalb Jahre lang. Es geht um Schule, Lehrer und Lehrerinnen, Freundinnen, die Beziehung zu den Eltern, zum Bruder, und vor allem um die Konflikte mit der älteren Schwester Dora. Das Mädchen wird älter, entdeckt die Sexualität. Die Informationen über die biologischen Funktionen des Menschen, sein sexuelles und erotisches Verhalten werden unter den Schulfreundinnen gehandelt wie Rauschgift. Und von Gretel in seltener Offenheit beschrieben.
Das Tagebuch erschien erstmals 1919, herausgegeben von der Psychoanalytikerin Dr. Hermine Hug-Hellmuth. Sigmund Freud schrieb damals: »Das Tagebuch ist ein kleines Juwel. Wirklich, ich glaube, noch niemals hat man in solcher Klarheit und Wahrhaftigkeit in die Seelenregungen hineinblicken können, welche die Entwicklung des Mädchens unserer Gesellschafts- und Kulturstufe in den Jahren der Vorpubertät kennzeichnen. Wie die Gefühle aus dem Kindlich-Egoistischen hervorwachsen, bis sie die soziale Reife erreichen, wie die Beziehungen zu Eltern und Geschwistern zuerst aussehen, und dann allmählich an Ernst und Innigkeit gewinnen, wie Freundschaften angesponnen und verlassen werden, die Zärtlichkeit nach ihren ersten Objekten tastet, und vor allem wie das Geheimnis des Geschlechtslebens erst verschwommen auftaucht, um dann von der kindlichen Seele ganz Besitz zu nehmen ...«
In England wurde das Tagebuch wegen »sittlicher Gefährdung« verboten. 192.7 wurde es aus dem deutschsprachigen Buchhandel gezogen, seither ist es nicht wieder erschienen. Versehen mit einem Vorwort von Alice Miller und einem Nachwort von Hanne Kulessa wird es erneut vorgelegt.
gutes Exemplar, ordentlich
- herausgegeben von
- Hanne Kulessa
- Verlag:
- Frankfurt am Main : Suhrkamp
- 1. Auflage Auflage
- 250 Seiten
- Status nach VGG: vergriffen
- kartoniert
- Psychologie
- Artikelnummer:
- B00077772
- Gewicht:
- 400 gr
- Lagerplatz:
- NFB5