- Umfang/Format: 339 Seiten : mit Abb.
Vorbemerkung
Das vorliegende Lese- und Arbeitsbuch soll dem Benutzer helfen, lesen zu lernen. Hierbei geht es nicht um das Erkennen von Wörtern und Sätzen wie beim Lesenlernen des Schulanfängers, sondern um den Erwerb von Kategorien und Fertigkeiten, die es dem Leser ermöglichen, die vielfältigen Aussageweisen der Literatur zu verstehen.
Es wird kein repräsentativer Längsschnitt durch die deutsche Literatur gegeben; jedoch sind die Textbeispiele größtenteils dem anerkannten Bestand deutscher Vers-und Prosadichtung entnommen. Eine gewisse Sonderstellung nimmt der Teil „Erzählende Dichtung des Mittelalters" ein. Hier wurde bei der Auswahl berücksichtigt, daß mittelalterliche Texte nicht in Schulausgaben vorliegen, das Lesebuch also zur Zeit die einzige Möglichkeit bietet, Schülern diese Dichtung zugänglich zu machen. Ein Beispiel für die Wirkungsgeschichte eines Werkes gibt die Einleitung zum Nibelungenlied. Hier läßt sich verfolgen, wie sich im Verständnis einer Dichtung das Selbstverständnis der Leser verschiedener Zeiten spiegelt.
Die Texte sind so zusammengestellt, daß die selbständige Arbeit von Schülern oder Schülergruppen erleichtert wird. Dabei wird vorausgesetzt, daß Hilfsmittel, zum wenigsten eine Literaturgeschichte, benutzt werden. Aus diesem Grund wird in den Erläuterungen auf biographische Angaben verzichtet, sofern sie nicht zum Verständnis des jeweiligen Textes unerläßlich sind. Empfohlen wird die Benutzung von: Friedrich G. Hoffmann — Herbert Rösch, „Grundlagen, Stile, Gestalten der deutschen Literatur. Eine geschichtliche Darstellung", Hirschgraben-Verlag, Frankfurt/Main (in den Erläuterungen als „Hoffmann — Rösch" angeführt). Zum Nachschlagen literaturwissenschaftlicher Begriffe eignet sich: Otto Bantel, „Grundbegriffe der Literatur", Hirschgraben-Verlag, Frankfurt/Main (in den Erläuterungen als „Bantel" angeführt).
Die den Texten angefügten Fragen sind lediglich Anregung und Hilfe für selbständige Arbeit. Gewiß lassen sich auch andere Gesichtspunkte finden, nach denen man die Texte untersuchen kann. In dem Maße, in dem der Benutzer dieses Bandes das literarische Lesen erlernt, wird er selbst die angemessene Fragestellung erkennen können.
Texte, die vor 1700 erschienen, wurden in der Originalschreibung gedruckt, jüngere mit der heutigen Orthographie und Zeichensetzung.
Die Bilder in diesem Band sind so ausgewählt, daß sie sowohl in Verbindung mit Texten als auch in eigenen Unterrichtseinheiten betrachtet und analysiert werden können. Die Beziehungen zum Text sind z. T. thematischer Art, etwa bei den Darstellungen der Ölbergszene, die zu den Gedichten von Spee und Rilke zu stellen sind. In anderen Fällen ist die Beziehung eine formale: Die Groteske wird als Stilform der bildenden Kunst gezeigt — ihr literarisches Gegenstück findet sich in den Kapiteln Lyrik und Drama; im Zusammenhang mit dem Kapitel „Darstellung des Raums in der erzählenden Literatur" lassen sich die räumlichen Lösungen in den beiden Madonnenbildern untersuchen. Auch für den Bildvergleich, der sich als Arbeitsform bewährt hat, findet sich in diesem Band Material.
Parallel zur Arbeit mit den dichterischen Texten sollte das Studium der analytischen Texte laufen, die im zweiten Band von „Literatur" zusammengestellt sind.
gutes Exemplar, ordentlich
- Verlag:
- Frankfurt a.M. : Hirschgraben-Verl.
- gebundene Ausgabe,
- Artikelnummer:
- B00059366
- Gewicht:
- 400 gr
- Lagerplatz:
- A57