Berlin : Wedding-Verl. Zeitliche Einordnung Erscheinungsdatum: 1946 Umfang/Format 74 S. ; 8 ISBN/Einband/Preis brosch. : 2.80 Anmerkungen Status nach VGG: vergriffen
A N DEN UNGENEIGTEN LESER
„Die Franzosen haben es nicht gut. Die Engländer rationieren das Brot, und sogar die Amerikaner müssen sich einschränken, wenn sie uns etwas geben wollen", hörte ich im Gemüseladen. „Geschieht ihnen recht", sagte der Grünkrämer, „was brauchten sie Krieg mit uns anzufangen?"
Die Antwort auf des Grünkrämers Frage wird in dieser Schrift gegeben. Sie ist einfach genug. Die Engländer und Franzosen hatten a•n Polen Interesse, weil sie dort kauften und verkauften, und weil ihre Unterschrift unter dem Versailler Vertrag stand, der zwischen Deutschland und Polen eine Grenze zog. Freilich stand ihr Name auch unter anderen Festsetzungen, z. B. daß in Deutschland keine allgemeine Wehrpflicht sein, daß Österreich selbständig bleiben, daß es eine Tschechoslowakei geben solle. Warum hatten sie nicht schon bei Verstößen gegen diese Festsetzungen Krieg angefangen und noch mit Hitler verhandelt, wenn sie ihn für einen Verbrecher hielten? Tatsächlich, es gibt Menschen in Deutschland, die es übelnehmen, daß wir nicht schon früher für Hitlers Gewalttätigkeiten mit Blut haben zahlen müssen. Hätten aber die Herausgeforderten die Bremsklötze von der Vernichtungsmaschine schon beim ersten oder zweiten Anlaß weggezogen, was wäre von ihnen gesagt worden? Als Hitler nach Polen griff, war es ihnen, derb gesprochen, endlich zu dumm. • Er hatte sie in München dermaßen belogen, daß sie nun auf das Scheinmanöver einer Straße durch den Korridor oder was er ihnen sonst vormachen mochte, nicht mehr herein fielen. In Nürnberg ist zutage gekommen, daß er Polen unter allen Umständen nehmen wollte, gleichgültig, unter welchem Vorwand. Durch München waren
Einband leicht berieben, sonst ordentlich und gut erhalten
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