- Umfang/Format: 422 Seiten : Illustrationen (z. T. farbige), graph. Darst., Kt.; ; 24 cm
- Anmerkungen: Literaturverz. Seiten 264 - 291. Status nach VGG: vergriffen
- Sachgebiet: Erd- und Völkerkunde, Reisen
Einer der besten Kenner der Plains- und Prärieindianer Nordamerikas ist Robert H. Lowie gewesen. Wie der als Autorität ebenso namhafte Clark Wissler hat er zahlreiche Abhandlungen über sein Forschungsgebiet vorgelegt und 1954 eine summarische Beschreibung der Autochthonen des zentralkontinentalen Steppengürtels unter dem Titel Indians of the Plains herausgegeben. Dieses Buch, das die Erfahrung eines halben Jahrhunderts widerspiegelt, besitzt nach wie vor seinen Wert. Der Text bedarf aber einiger Berichtigungen und Ergänzungen, vor allem einer auf den heutigen Stand gebrachten Schilderung der prähistorischen Kulturen und ihrer Entwicklung, einer Betrachtung der amerikanischen Eingeborenenpolitik und einer Darstellung der gegenwärtigen Verhältnisse. Der Verfasser der vorliegenden Publikation hat seit Beginn der sechziger Jahre an einer neuen Gesamtschau gearbeitet; er hat im Verlauf seiner Tätigkeit einen Berg von einschlägigen Druckwerken abgetragen, trotzdem aber nur einen kleinen Prozentsatz der vorhandenen Literatur durchsehen können. Die wichtigsten archäologischen, ethnologischen und geschichtlichen Quellen sind indessen ausgewertet worden. Als Ergebnis wird eine Übersicht präsentiert, die mit den Mammutjägern der paläo-indianischen Epoche anhebt und mit den Reservationsindianern des Jahres 1972 endet. Das Schwergewicht der Untersuchung liegt auf den Bisonjägern des 19. Jahrhunderts, und hier weicht der Autor in einem wesentlichen Punkt von Wissler und Lowie ab. Er spricht nicht verallgemeinernd von d e n Plainsindianern, sondern unterscheidet terminologisch und deskriptiv zwischen den mobilen und vorwiegend von der Jagd auf den Bison lebenden Verbänden der semiariden Great Plains und den Pflanzern der humiden Prärien. Die Diskrepanzen zwischen diesen beiden Blöcken treten vor allem in der Wirtschaftsform, den Sozialstrukturen und den Religionen in Erscheinung. Obwohl die Bodenbauer mehr Besitz akkumulieren konnten und über einige Güter verfügten; die den Nomaden fehlten, wies die materielle Habe dieser Autochthonen ein großes Maß an Übereinstimmung auf. Das wird in jeder Ausstellung offensichtlich, in der Ethnographica von den Plains- und Prärieindianern zusammengefaßt sind. Die diesbezügliche Kongruenz schließt eine definitive Teilung der Kulturzone der Plains und Prärien aus. Mit Alfred
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Widmung des Autors auf dem Titelblatt, gutes Exemplar
- Verlag:
- Berlin : Museum f. Völkerkunde
- Artikelnummer:
- B00069847
- Gewicht:
- 1900 gr
- Lagerplatz:
- S8