Die Marktplatzgestaltung in Hildesheim. Eine Tragödie oder ein Skandal?

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55 S. mit Abb., kart.,

Zum Geleit
Wer nach der Zerstörung von Hildesheim am 22. März 1945 und damit der Zerstörung des Hildesheimer Marktplatzes wie ich in den vordersten Reihen für den Wiederaufbau des alten Marktplatzes und des Knochenhaueramtshauses über 12 Jahre vom Anbeginn dieses Kampfes 1948 bis zu seinem unseligen Ende im Jahre 1960 kämpfte, ist geradezu verpflichtet, für die Nachwelt, in erster Linie für die Hildesheimer Jugend, seine Erinnerungen aus diesen Kämpfen und Streitgesprächen aufzuzeichnen.
Es liegt mir daran, eine sachliche Dokumentation zu bringen. Man möge mir aber verzeihen, wenn, durch die Erinnerungen geweckt, der alte Kampfgeist und das alte Temperament wieder durchbricht.
Unser Hildesheimer Marktplatz war als mittelalterlicher Marktplatz einer der schönsten und in seiner besonderen Art vielleicht der schönste der Welt.
Hildesheim, die Stadt der Kirchen und Schulen, wurde mit Stolz das nordische Nürnberg genannt.
Die Aufgabe, eine solche Stadt mit so viel baulichen Kostbarkeiten und einer so trächtigen Geschichte wieder aufzubauen, war eine große, aber auch eine äußerst schwierige Aufgabe. Sie konnte nur von den besten Städtebauern mit viel städtebaulicher Erfahrung gelöst werden, sollte diese Stadt den Ruf als Stadt der Kirchen und Schulen wiedererhalten.
In historischer Hinsicht aber waren die Erbauer verpflichtet, in Hildesheim alle wertvollen künstlerischen Bauten zu erhalten und gegebenenfalls wieder aufzubauen. Vor allem der Charakter der Stadt mußte gewahrt werden als eine niedersächsische alte Bischofs- und Hansestadt.
Der Landeskonservator, Professor Karpa, schreibt in seinem geradezu richtungsweisenden Artikel über den Wiederaufbau des Marktplatzes in Hildesheim in der Zeitschrift „Deutsche Kunst- und Denkmalspflege" im Jahre 1953.
"Zeitgemäß", „modern" — welch verführerische und nicht selten die persönliche Geltung vor die sachliche Gültigkeit stellenden Worte! Zeitgemäß ist nicht die Anwendung dieser oder jener neuen Form, sondern deren richtige Anwendung am gegebenen Ort. Nicht die Formen bestimmen die Modernität, sondern die jeweilige, aus wachem Gegenwartsbewußtsein geborene Gesinnung, aus der heraus sie geboren sind. Wie manche Gelegenheit, unsere zerstörten Städte unter phantasievoll-gestalterischer Nutzung neuester technischer Möglichkeiten wieder aufzubauen, ist schmerzvoll versäumt worden. „Modern" ist das jeweils nach Zeit, Ort und Zweckbestimmung Angemessene! Ob Steil- oder Flachdach, Massiv-, Holz- oder Stahlskelett-
 

gutes Exemplar, altersgemäß gebräunt, Gesamtzustand gut

Verlag:
Kuckuk, Hildesheim, (um 1970)
Heft
Artikelnummer:
B00069820
Gewicht:
400 gr
Lagerplatz:
S7