- Umfang/Format: 62 Seiten : mit zahlreiche eingekl. Abb.; 1 Kt. ; gr. 8
- Anmerkungen: 1957
- Einbandart und Originalverkaufspreis: : 3.50
ERLÄUTERUNGEN ZUR ÜBERSICHTSKARTE
Auf unserer Karte ist verzeichnet, wo die dargestellten Trachten getragen wurden oder noch getragen werden. Begeben wir uns jetzt auf eine Reise durch unser schönes deutsches Land. Die lästige Zonengrenze kann dabei kein Hindernis sein. Möge sie bald der Vergangenheit angehören,
• damit wir auch in Wirklichkeit ungehindert durch unser Vaterland reisen können.
Den Start nehmen wir im Norden der Deutschen Demokratischen Republik auf der Insel Rügen, wo die Mönchguter Fischer noch vor wenigen Jahrzehnten in ihren blanken Büxen gingen. Im weiten Mecklenburger Gebiet sehen wir fast keine Belege, da hier von der bunten Trachtenherrlichkeit wenig erhalten blieb. Andere große Lücken auf unserer Karte, wie um Berlin, in Obersachsen usw., sind dagegen so zu erklären, daß es dort nie zur Bildung eigenständiger Volkstrachten gekommen ist. Ganz im Westen Mecklenburgs erhielt sich eine sehr schöne Frauentracht in der Gegend von Rehna und Ratzeburg. Von hier aus sind wir bald im Westen unserer Heimat und begegnen in den Vierlanden südlich von Hamburg den Bäuerinnen in ihren enggeschnürten Miedern. Im Friesischen sind es wieder die Frauen der Bauern und Fischer, die ihre schmucke Tracht bis auf unsere Tage bewahrt haben. Weseraufwärts führt unsere Reise in das berühmte Trachtengebiet von Bückeburg und Lindhorst. Stolz tragen hier die Frauen ihre großen Flügelhauben.
Uber Hannover und Braunschweig gelangen wir zurück in die Deutsche Demokratische Republik. Mögen die Bauern der fruchtbaren Magdeburger Börde heute von den kurzen Kniehosen und den hohen steifen Hüten nichts mehr wissen wollen, so kommen wir doch bald in ein Gebiet wirklich lebendiger Trachten. Die Karte zeigt eine Häufung der Zahlenangaben im Spreewald und in der Oberlausitz. Hier haben es die sorbischen Frauen verstanden, ihre farbenfrohen Kleidungen bis heute zu erhalten. Unser Arbeiter- und Bauern-Staat hat großes Verständnis dafür und unterstützt alle Bemühungen zu ihrer Pflege und Weiterbildung, sowohl ideell wie materiell. Vom Spreewald gelangen wir in das reizvolle Schleife, dann in die Orte um Hoyerswerda und schließlich in das katholische Gebiet von Bautzen und Radibor.
Die deutschen Bauern und Weber der südlichen Oberlausitz bewahrten Trachtenstücke ihrer Eltern und Großeltern noch lange in Truhen auf. Durch die Anregungen der Volkskunstkabinette ist es gelungen, aus diesen Mustern eine reizvolle Ensembletracht zu entwickeln. Im Erzgebirge hat es nie eine einheitliche Tracht gegeben. Dafür entstand hier die berühmte Berufstracht der Bergleute, die Vorbild für viele andere Länder wurde.
Uber das fruchtbare Altenburger Bauernland und die Hallorenstadt Halle führt nun unsere Reise durch den Harz und das ehemals so trachtenreiche Thüringen, schließlich vom Werratal aus über. Eisenach ins Hessenland, in das klassische Gebiet der noch heute lebendigen Volkstrachten. Hier ziehen zunächst die Schwähnerinnen in ihren kurzen und weiten Röcken unsere Blicke auf sich. Früher waren die Stickereien das Werk ihrer fleißigen Hände. Aber die Tracht erstarrte mehr und mehr, weil hier die Kräfte nicht gefördert wurden, die sie in ihrer Ursprünglichkeit schufen und erhielten. Man ließ sich von der „Nähterschen" gegen Bezahlung eine kostbare Tracht anfertigen. In der Marburger Gegend ist sie erst im 19. Jahrhundert entstanden.
• Nach einem Abstecher an die Mosel, wo wir das bunte Treiben der Weinlese miterleben, bringt uns der Zug ins Frankenland. Wir erfreuen uns - allerdings mehr bei musealen Beständen an den satten leuchtenden. Farben der fränkischen Trachten um Ochsenfurt und Schweinfurt.
gutes Exemplar, ordentlich
- Verlag:
- Reichenbach i. V. : Volkskunstverl.
- Artikelnummer:
- B00075801
- Gewicht:
- 400 gr
- Lagerplatz:
- BT