- Umfang/Format: 263 Seiten : Illustrationen, graph. Darst., Kt. ; 21 cm
- Anmerkungen: Literaturverz. Seiten 259 - 262
- Einbandart und Originalverkaufspreis: kartoniert 3-931919-08-0 kartoniert
- Sachgebiet: Architektur ; 61 Geographie, Heimat- und Länderkunde, Reisen ; 63 Geschichte und Historische Hilfswissenschaften
Zum Geleit
Die abwechslungsreiche Geschichte des halleschen Marktplatzes ist an jedem einzelnen Gebäude abzulesen. Mehrfach haben sich die Platzwände verändert, zum Teil verschoben und dadurch einen sehr weiten städtebaulichen Raum entstehen lassen. Neben den platzbestimmenden mittelalterlichen Bauten, der viertürmigen Marienkirche und dem Roten Turm, blieben nur wenige Bürgerhäuser des 16. Jahrhunderts mit allerdings reicher originaler Substanz erhalten.
Mit dem Stadthaus von 1893 und den in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts errichteten Kaufhäusern hat das Aussehen des Marktes völlig neue Akzente erhalten, die bis heute nachwirken. Zu erheblichen Störungen kam es nach 1945 mit dem Abbruch der durchaus noch erhaltbaren Ruinen des kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges schwer beschädigten Rathauses und des Waagegebäudes. Die dadurch entstandene Platzausweitung nach Osten ist in ihrem nördlichen Teil nach wie vor als schmerzliche Lücke zu empfinden, während der Ratshof als neue Platzwand der veränderten städtebaulichen Situation durchaus gerecht werden kann. Mit dem Verlust des „Hotels zur Börse" klafft auch an der südwestlichen Seite des Platzes eine störende Bresche.
Zu weiteren Eingriffen in die Platzgestalt kam es 1975 mit der neuen Umbauung des Roten Turmes und der dem Platzraum nicht dienlichen Oberflächengestaltung. Eine Folge von Wettbewerben sollte seit 1989 die Voraussetzung dafür schaffen, dem Marktplatz wieder ein geordnetes Aussehen zu geben. Zu Umsetzungen der vielfältigen Ideen kam es bisher aber nicht. Dafür steht die Realisierung eines Kaufhausneubaus in der Nord-Ost-Ecke kurz bevor. Leider müssen diesem Vorhaben auch Denkmale weichen. Während die Genehmigung zum Abbruch des Hauses Marktplatz 22 bis auf die zu erhaltende Fassade vorliegt, scheint die Erhaltung des für die Geschichte des Marktplatzes so wichtigen Hauses Nr. 23 gesichert zu sein. Der Neubau wird schwerwiegende Folgen für das Aussehen des Platzes haben und einen Wiederaufbau des früheren spätgotischen Rathauses beinahe ausschließen. Diese Absicht ist aus der Sicht des Denkmalpflegers ohnehin sehr zu hinterfragen. Die Ostseite des Platzes bedarf vielmehr einer neuen städtebaulichen Lösung, die den inzwischen erheblich veränderten Erlebnisbedingungen gerecht wird.
Gegenwärtig werden umfangreiche Umgestaltungen des Marktplatzes vorbereitet. Zu ihrer Planung gehören als grundlegende Voraussetzungen Kenntnisse zur geschichtlichen Entwicklung und zur Abfolge der im Laufe der Zeit entstandenen Veränderungen. Es ist das Verdienst von Herrn Prof. Dr. Dieter Dolgner, Frau Dr. Angela Dolgner und Frau Erika Kunath, mit dieser Veröffentlichung in der Reihe „Historische Bauten der Stadt Halle/Saale" einen wichtigen Beitrag zur Geschichte der Stadt Halle und ihres Marktes erarbeitet zu haben. Ich danke den Autoren und wünsche dem Buch viele interessierte Leser.
Dipl.-Ing. Gotthard Voß Landeskonservator
gutes Exemplar, ordentlich
- Verlag:
- Halle/Saale : Freunde der Bau- und Kunstdenkmale Sachsen-Anhalt
- broschiert,
- Artikelnummer:
- B00067156
- Gewicht:
- 400 gr
- Lagerplatz:
- BS_50