Jürgen Eick
Das Regime der Ohnmächtigen
Sind die westlichen Demokratien noch vor sich selbst zu retten? Diese Frage stellt sich in wachsender Intensität für nahezu alle westeuropäischen Länder. »Ist unser Staat noch regierbar?« fragt man sich sogar in der Schweiz, einem demokratischen Musterfall, während in anderen Ländern, etwa in Italien und Großbritannien, das Vakuum an Regierungsfähigkeit längst offen zutage tritt. Die Regierenden tragen zwar die Verantwortung, aber sie haben in einem immer geringeren Maße die Macht, das durchzusetzen, was im Interesse des Landes nötig wäre.
Neben den klassischen demokratischen Institutionen, Parlament, Regierung, Justiz, entfalten die Parteien ein Eigenleben, das der ursprünglichen Staatsphilosophie nicht entspricht und sie aus den Angeln hebt. Die Parteien überwuchern die verfassungsmäßigen staatlichen Organe — und sind doch schwach gegenüber den Gewerkschaften, die, jeder parlamentarischen Kontrolle entzogen, sich mehr und mehr als Nebenregierung verstehen. Aber wieviel Macht können, sollen, dürfen die Gewerkschaften in einem demokratischen Staatswesen haben? Kann man es zulassen, daß der Staat zu einem ohnmächtigen Juniorpartner einer• starken außerparlamentarischen Macht herabsinkt? Kann man es zulassen, daß wie jetzt zu befürchten — mit Hilfe der paritätischen Mitbestimmung von den Gewerkschaftszentralen ganze Wirtschaftszweige ferngesteuert werden und somit die legitimen Führungsgremien der größeren Unternehmen paralysiert werden?
In beiden Bereichen — Staat wie Unternehmen — gefährdet der Demokratismus die Demokratie. Zu groß ist die Zahl der Fesseln, Bindungen, Abhängigkeiten; der tatsächlichen wie der vermeintlichen. Aus der Politik als Kunst des Möglichen wird die Kunst des Unmöglichen, das Regime der Ohnmächtigen. Mit oder ohne Fragezeichen? Das mag der Leser entscheiden. Das sind die Kernfragen, die Jürgen Eick, der mit seinem Buch »Wie man eine Volkswirtschaft ruinieren kann«, Frankfurt 1974, monatelang auf den Bestseller-Listen zu finden war, in seinem neuen Buch zur Diskussion stellt.
Societäts-Verlag
gutes Exemplar, ordentlich
- Verlag:
- [Frankfurt am Main] : Societäts-Verlag
- 11.-30. Tausend Auflage
- 174 Seiten
- Status nach VGG: vergriffen
- gebundene Ausgabe, Hardcover
- Politik
- Artikelnummer:
- B00077196
- Gewicht:
- 400 gr
- Lagerplatz:
- SB_1