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Leb und vergiss nicht : Novellen ; Erzählungen / Valentin Rasputin. Aus d. Russ. von Erich Ahrndt...

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  • Ausgabe: 3. Auflage
  • Umfang/Format: 655 Seiten ; 20 cm
  • Erscheinungsjahr: 1979

Eine Chance hat Maria, durch Gutmütigkeit und mangelnde Qualifikation in ein Manko von tausend Rubeln gestürzt: Wenn sie die hohe Summe binnen fünf Tagen aufbringt, entgeht sie dem Gefängnis. Auf verzweifelten, erniedrigenden Bittgängen durch das Dorf begegnet ihr Mann Kusma echter Freundeshilfe, aber auch Egoismus, primitivem Geiz und hämischer Schadenfreude. Was überwiegen wird, davon hängt Marias Schicksal ab... „Geld für Maria", 1967 erschienen, ließ die literarische Welt der Sowjetunion aufhorchen. In den zwei folgenden großen Novellen „Die letzte Frist" (1970) und „Leb und vergiß nicht" (1974), die durch ihre Lebensnähe, ihre Wirklichkeitsfülle und unsentimentale Volksverbundenheit
fesseln, findet der junge Sibirier Valentin
Rasputin zu seinem Thema: Er zeichnet
Menschen und Geschicke, welche von einer
Umbruchssituation zwischen Tradition und
neu zu gewinnenden Lebensnormen be-
stimmt sind. Zwei Charaktere vor allem
prägen sich ein: Da hält die junge Bäuerin
Nastjona in bedingungsloser Treue und
unter dramatischen Umständen zu ihrem
Mann, einem Deserteur, bis schließlich ihr
eigenes Leben und das ihres noch unge
borenen Kindes auf dem Spiel steht. Die
traditionsgemäße Aufopferung, für Nast-
jona so verhängnisvoll, verklärt gleichsam
das Bild der achtzigjährigen Anna: Auch
sie hat ihr hartes Leben bedingungslos an-
genommen, hat viele Kinder geboren und
war nur für die Familie da — Dankbarkeit
aber wird ihr nicht zuteil. Ihr Sterbebett
symbolisiert denn auch den Verfall der
alten Familiengemeinschaft: Zwar reisen
die Kinder an, aber sie sind gleichgültig,
entfremdet, frönen dem Alkohol und wol-
len möglichst rasch zurück in die Stadt.
Valentin Rasputin wurde 1937 im Dorf
Ust-Uda an der Angara geboren; an der
Universität Irkutsk studierte er Philologie, seine anschließende Tätigkeit als Journalist für Jugendzeitungen in Irkutsk und Krasnojarsk führte ihn auf alle großen Bauplätze Sibiriens. Seit 1966 ist er freischaffender Schriftsteller, er lebt heute in Irkutsk . Wie Wassili Schukschin in Prosa und Film und Alexander Wampilow in der Dramatik gehört der Erzähler Valentin Rasputin zu den neuen Talenten, die im letzten Jahrzehnt das Gesicht der sibirischen Literatur geprägt haben — einer Literatur, frei von Provinzialismus und mit internationalem Anspruch.
 

Einband leicht berieben, sonst ordentlich und gut erhalten

Verlag:
Berlin : Verlag Volk u. Welt
gebundene Ausgabe, Hardcover
Artikelnummer:
B00027718
Gewicht:
400 gr
Lagerplatz:
A85