- Umfang/Format: 143 Seiten ; 4
- Erscheinungsjahr: 1969
Mit den Mädchen hatte Anton anfangs nichts als Ärger. Sieglinde, die Liebe seiner frühen Jugend, brachte ihm eine schreckliche Tracht Prügel ein. Und die wohl ungetreue Karin gar ist die Ursache, daß er in Dänemark das Schiff der Deutschen Seereederei verläßt. Die gebratenen Tauben, auf die Anton in Hamburg hofft, fliegen allerdings an ihm vorbei. Bei einem gefahrvollen Schiffsmanöver büßt er den kleinen Finger seiner linken Hand ein — und schon hat er einen Spitznamen: Neunfinger-Toni. Seine Rückkehr nach Rostock ist nicht gerade ein Triumphzug. An die Zeit, als er wieder auf der Werft anfängt, erinnert er sich nicht
so gern. Er geht schließlich in den Hafen. Eine Schlägerei mit der Polizei stellt die begonnene Einkehr freilich wieder in Frage. Doch seine Kollegen lassen ihn nicht fallen. Und das Mädchen Karin erwartet unvermutet ein Kind.
Diese Geschichte über das wechselvolle Schicksal eines jungen Hafenarbeiters, in die ein gut Stück Geschichte unserer Republik eingegangen ist,
wird nicht nur erzählt, der Leser sieht auch — mit den Augen des Anton —den optischen Ablauf der Geschehnisse. Die Kamera spürt auf, was sich dem Blick des oberflächlichen Beobachters entzieht. Auch die Liebesgeschichte
ist nicht Zutat, Arabeske, sondern sie ist folgerichtig ins Ganze eingeordnet. Bild und Text wachsen zu einer reizvollen Einheit zusammen.
Dirk Alvermann über sich:
Ein Lebenslauf?
Was soll ich da erzählen? Antons Geschichte ist eigentlich viel interessanter.
Also: erstens bin ich geboren
1937 in Düsseldorf. Einige Tage vor der Kristallnacht. Das Kriegsende erlebte ich in einem Dorf im Erzgebirge: der brandrote Himmel über Dresden, die sich auflösende großdeutsche Wehrmacht, meine Mutter und wir sechs Kinder auf der Landstraße in Richtung Düsseldorf. In Düsseldorf Kinderspiele in Ruinen, kochfertige Suppen in der Schule, aus der Gefangenschaft kommende, von Roll-back fabulierende Hilfslehrer, schlechte Schulzeugnisse, Ärger mit dem Elternhaus, Hilfsarbeit, Elektromechanikerlehre, Redaktionshilfsarbeiter, Alpträume.
Dann, im Juni 1956, bekam ich einen Fotoapparat geschenkt, eine Leica M 3. Vor zwei Jahren ist sie mir bei einer Reportage auf der Großbaustelle Thierbach in den knietiefen Matsch gefallen, seitdem arbeite ich mit einer Praktica. Dazwischen liegt nun allerdings eine Menge Zeit, über die es einiges zu erzählen gäbe: die Zeit, als ich in Algerien in der Befreiungsarmee lebte, meine Rückkehr nach Westdeutschland, die Zeit, wo ich mich entschloß, in die DDR überzusiedeln, die drei Jahre, die ich nun hier lebe.
In dieser Zeit entstanden: Fotoreportagen über Spanien (1958), Algerien (1958-1960), Westdeutschland (1962-1966), Italien (1964), England (1965);
die Bildbände „Algerien" (196o), „Keine Experimente" (1961),
„Feinde" (1969);
die Dokumentarfilme „Algerische Partisanen" (1961), „Arbeiterklub in Sheffield" (1965).
gutes Exemplar, nur der Schutzumschlag mit einem Riß, sonst in Ordnung
- Verlag:
- Rostock : Hinstorff
- Artikelnummer:
- B00030951
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- 400 gr
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