- Umfang/Format: 423 Seiten : mit Abb., 1 Titelbild ; gr. 8
- Anmerkungen: Mit Werkeverz. (Seiten 378 - 407) u. Literaturverz. (Seiten 412 - 413) Status nach VGG: vergriffen
- Einbandart und Originalverkaufspreis: : 28.50
- Sachgebiet: Bildende Kunst, Kunstgewerbe
Mein Bruder Johannes Kalckreuth erhielt im Jahre 1938 den Auftrag, eine Biographie unseres Vaters, des Malers Graf Leopold von Kalckreuth, zu schreiben. Er arbeitete fast sechs Jahre an diesem Werk, dessen Beendigung sich durch die Kriegsläufte stark verzögerte. Dann wurde dem im Jahre 1944 vollendeten Manuskript, wie vielen Büchern damals, die Druckerlaubnis verweigert. In den Jahren nach dem Kriege bis zu seinem Tode im Januar 1956 äußerte mein Bruder oft den Wunsch, das umfangreiche Werk nochmals zu bearbeiten und es vor allem wesentlich zu kürzen. Aber es fehlte ihm neben seiner Arbeit als Komponist, Musikschriftsteller und Kritiker der Süddeutschen Zeitung in München dazu die nötige Zeit. Auf unsere Bitte hin übernahm nun Herr Dr. Mollier diese Aufgabe verständnisvoll und löste sie ganz im Sinne des Autors.
Mein Bruder hat nach seinem Abitur am Hamburger Johanneum zuerst Geschichte studiert, wandte sich dann aber der Musik zu und wurde Schüler von Max Reger. Eine starke Meinungsverschiedenheit mit dem Hitlerregime setzte seiner Tätigkeit als Kapellmeister schon im Jahre 1933 ein Ende.
Manches Schwere, besonders der frühe Tod seines älteren Bruders Wolf, beschattete die Kindheit und Jugend von Johannes Kalckreuth. In den letzten Jahren seines Lebens wandte sich unser Vater immer stärker seinem nun einzigen Sohne zu. Eine tiefe Verbundenheit, ein tröstliches Zutrauen zu ihm, erfüllte ihn. Und oft äußerte unser Vater mir gegenüber, daß Johannes als einziges seiner Kinder seine, des Vaters Art zu arbeiten zu eigen habe, womit er nicht nur Fleiß und Schaffensqual, sondern auch die Passion, die Freude und den Ernst des Künstlers meinte.
Lebendigkeit und Intensität neben gutem handwerklichem Können galt beiden Künstlern, Vater und Sohn, als so wesentlich, daß sie nicht erst betont zu werden brauchten, wie überhaupt beide Feinde großer Worte waren. Und so meinen wir, daß trotz der längst vergangenen Zeit aus dieser Biographie neben historisch Interessantem so viel menschlich und künstlerisch Lebendiges spricht, daß es auch heute noch, und vielleicht heute gerade wieder, seine Gültigkeit hat und Aufschluß gibt sowohl über den, dessen Wesen und Werk hier mit tiefem Verständnis nachgezeichnet wurde, als auch über den, der es schrieb.
Christine Kalckreuth
gutes Exemplar, altersgemäß gebräunt, Gesamtzustand gut
- Verlag:
- Hamburg : Christians
- gebundene Ausgabe,
- Artikelnummer:
- B00074556
- Gewicht:
- 400 gr
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- P14