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Sieburg, Friedrich (Verfasser)

Die Lust am Untergang : Selbstgespräche auf Bundesebene / Friedrich Sieburg

  • Umfang/Format: 221 Seiten ; 8
  • Anmerkungen: Status nach VGG: lieferbar
  • Einbandart und Originalverkaufspreis: : 1.90
  • Sachgebiet: Schöne Literatur ; 03a Philosophie

ZU DIESEM BUCH
Der Schriftsteller Friedrich Sieburg paßt in keine der literarischen Kategorien,
die heute in Deutschland immer noch angewandt werden, wenn es darauf an-    •
kommt, einer geistigen Erscheinung ihren Standort zuzuweisen. Man bezeichnet ihn daher gerne mit einem in Frankreich üblichen Ausdruck als «komme des lettres», also als einen Mann, der weder Gedichte, noch Romane, noch Theaterstücke schreibt und doch vom literarischen Leben seiner Zeit und seines Landes nicht zu trennen ist. Bisher hat er über zwanzig Bücher veröffentlicht, von denen die meisten hohe Auflagen erreicht haben und in viele fremde Sprachen übersetzt sind. Diese Breitenwirkung ist erstaunlich bei einem Mann, der sich fast ausschließlich damit beschäftigt, Kulturkritik zu üben, nämlich die Rollen des Menschen in der Zeit oder in der Gesellschaft zu untersuchen. Er tut dies entweder dadurch, daß er die Nachbarvölker, an denen sich unser eigenes Wesen abgrenzt, beschreibt, wie in seinem berühmten «Gott in Frankreich». Oder er nimmt sich bestimmte historische Figuren vor, wie Robespierre oder Napoleon, und zeigt an ihnen, daß der alltägliche Lebenswille des Menschen immer wieder mit den großen Männern fertig wird. Auch die Situation der Deutschen hat er wiederholt zum Gegenstand seiner ironisch-besorgten Darstellung gemacht, wobei er die Kunst, sich Feinde zu machen, mit den «Selbstgesprächen auf Bundesebene», die 1954 unter dem Titel «Die Lust am Untergang» erschienen, auf die Spitze getrieben hat. Friedrich Sieburg streitet mit Entrüstung ab, ein Dichter zu sein, weil er das für unvereinbar mit seinem kritischen Temperament hält — er ist aber trotzdem einer, wie solche Erlebnisbücher wie «Unsere schönsten Jahre Ein Leben mit Paris» beweisen. Er wurde am 18. Mai 1893 in dem westfälischen Städtchen Altena geboren, ging in Düsseldorf aufs Gymnasium und studierte in Heidelberg, Münster, Freiburg und München. Nach dem ersten Weltkrieg, den er ganz an der Front mitmachte, lebte er einige Jahre in dem Berlin der Inflation und ging Ende 1923 ins Ausland, aus dem er erst Anfang 1943 zurückkehrte. In Kopenhagen, Paris und London arbeitete er als Auslandskorrespondent der ‹Frankfurter Zeitung>, für die er auch Afrika, Ostasien, die Polarländer und die Sowjetunion bereiste. Von 1939 bis 1948 schrieb er nichts. Seit einigen Jahren ist er eng mit der <Frankfurter Allgemeinen verbunden. Friedrich Sieburg lebt auf dem Lande in Württemberg.
INHALT: Dies Buch kann als die erste entschieden warnende Stimme angesehen werden, die in der Bundesrepublik laut wurde, als die Normalisierung des Lebens in unserem Lande zu einer schnellen Vergeßlichkeit der vergangenen Schrecken, Zerstörungen und Verantwortungen führte. In den Jahren, seitdem dies Buch mit dem sprichwörtlich gewordenen Titel zum ersten Mal an die Öffentlichkeit trat, ist der Bundesbürger seinen Weg gegangen. Seine ständige Jagd nach neuen Wünschen und Bedürfnissen, alle diese Begleiterscheinungen einer vom Verbrauch gelenkten und vorangetriebenen Daseinsform, das Reisen, der Segen und Unsegen der Feiertage, die zunehmende Machtlosigkeit des Geistes, die Lust, im Gefühl einer absterbenden Zivilisation zu schwelgen, die Versklavung durch Lebensstandard, durch die Freizeit und die Geräte, die dazu gehören, das alles ist in Sieburgs Buch zum ersten Mal in einer halb zornigen, halb humoristischen Tonart dargestellt worden. Der Verfall der Liebe, das Kriechen vor den Schlagworten, die gefügige Unterwerfung unter die Idole der Publizität das alles ist zum Lachen, wenn es nicht zum Weinen ist. Haben sich die Dinge geändert? Niemand wagt, es zu bejahen, und darum ist die kulturkritische Darstellung, die den Inhalt des Buches bildet, von unverbrauchter Aktualität.
 

broschiert,. Verlag: Reinbek b. Hamburg : Rowohlt.

gutes Exemplar, altersgemäß gebräunt, Gesamtzustand gut

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Sieburg, Friedrich