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Kempner, Friederike (Verfasser)

Friederike Kempner / [Ausw. dieses H.: Anne Gabrisch]

  • Umfang/Format: 31 Seiten ; 22 cm
  • Einbandart und Originalverkaufspreis: geh. : M -.90 3-355-00518-5 geh. : M -.90
  • Sachgebiet: Belletristik

Friederike Kempncrs Ausbildung war die einer Tochter aus gutem Hause: nämlich gar keine, ausgenommen die Ermunterung musischer Neigungen, die sich in einem gefälligen Dilettantismus äußern durften. Die Kempner wurde auffällig, weil ihr das Gefällige nicht gelang: sie war zu ungebärdig, ohne doch die Grenzen ihrer Erziehung überspringen zu können. In den grotesken Versen des freiheitlich und fortschrittlich bewegten und zugleich zimperlichen Gutsfräuleins, das so idealisch wollte und in seiner Unwissenheit und Realitätsferne nur so banal konnte, sah die junge Dichtergeneration der Bierbaum, Dehmel, Hauptmann die epigonale Goldschnittlyrik der Gründerzeit auf einen parodistischen Nenner gebracht. Sie feierte die Dichterin als eine Überwinderin des Kitsches durch den Kitsch, als ein „Genie der unfreiwilligen Komik". Aber der Kcmpner Gedichte sind nicht bloß komisch. Im Klappern ihrer Klischees wird etwas von der echten Inbrunst hörbar, mit der sie das Leben zu umarmen suchte — um immer wieder nur dessen Versatzstücke in Händen zu halten. Und einige dieser Gedichte sind sogar groß — in der Vision, die dahintersteht. Von der „Kempner-Pranke" spricht Peter Hacks in An-
sehung der Balladendichterin.    Anne Gabrisch
Friederike Kempner, geboren am 25. Juni 1836 in Opatow, nahe dem heutigen Posnan; Tochter eines wohlhabenden jüdischen Gutspächters. Wie es einer begüterten ledigen Damen anstand, widmete sie sich in Wort und Tat vor allem der sozialen und humanitären Fürsorge; eine ihrer Denkschriften, „Über die Notwendigkeit einer gesetzlichen Einführung von Leichenhäusern- (1867 bereits in 6. Auflage), wurde tatsächlich folgenreich. Daneben veröffentlichte sie einige historische Dramen und Novellen und 1873 ihre G e - dichte, die anfangs unbeachtet blieben, nach einer ironischen Rezension Paul Lindaus im Sommer 1880 aber schnell berühmt wurden und es bis 1903 auf acht, jeweils vermehrte Auflagen brachten. 1891 erschien ein zweiter Band, Dämon, Mensch und Dichter. Gedichte der schlesischen Nachtigall, der selten ist, da er offenbar von der Familie aufgekauft wurde. Friederike Kempner starb am 23. Februar 1904 auf dem von ihr erworbenen Gut Friederikenhof (nahe dem heutigen Wroclaw).
 

broschiert, Heft. Verlag: Berlin : Verl. Neues Leben, POESIEALBUM 239.



ordentlich, gutes Exemplar,

noch mehr vom Autor? Bitte schön ...

Kempner, Friederike