Titel
Rudolf Augstein: ERHARDS SALBTOPF
DER HAUCH DES EISES IST GEWICHEN
DER 18. MÄRZ 1964
Deutschland
AUSSENPOLITIK: Nur millimeterweise, Botschafter Konferenz auf dem Venusberg
NATO: Aus Gesundheitsgründen
GOERGEN: Wegen Betrugs pp.
GRENZVERKEHR: Pendeln oder Propaganda
JUDENVERNICHTUNG: Der Stellvertreter, Krumey, Hunsche, Horty
KIESINGER: 60 ohne Hut
KONFESSIONSSCHULE: Wo die Canones donnern
Aufstieg aus dem Zelt, Wohnanhänger als Statussymbol
DER IMMERGRÜNE, ALSO SAURE APFEL, Günter Graß über Shakespeare
FRANKFURT: Noch nie so einig
EXIL-KROATEN: Einig durch Dynamit
BOSCH-BLÄTTER: Kopf um Kopf
MINERALÖL: Frost in fremden Betten
ZIVILVERTEIDIGUNG / LAIEN-KOMMISSION: Mal abwarten
BAYERN: Mal bohren
MARL: Groll am Grab
Wie es zum Ersten Weltkrieg kam (VIII): Das deutsche Ultimatum an Brüssel
Wie es zum Ersten Weltkrieg kam (VIII)/ Professoren über die deutsche Kultur
Berlin
PASSIERSCHEINE: Präsenz oder Präsens
Ausland
OST-WEST-KONFLIKT: Auf Umwegen
POLEN / KULTURKAMPF: General Gasrohr
SOWJET-UNION / NATIONALGETRÄNK: Belebt, erfrischt, tötet
„DAS SCHLIMMSTE WÄRE EIN MILITÄRPAKT BONN - USA“
WALTER LIPPMAN
USA / PRÄSIDENTENSCHUTZ: Über Nacht übermalt
FRANKREICH / DE-GAULLE-OPERATION: Ein Bett für den König
FRANKREICH / FIRMENKRISE: Herr im Haus
ZYPERN: Stunde der Verzweiflung
LEOPARDEN: Geheimnisvoller Deutscher
DAS GELOBTE LAND DES MISTER MOSES
Sport
WELTMEISTERSCHAFT: Bier in der Pause
VERBÄNDE: Sprünge auf dem Ahorn
Kultur
MARCKS: Abseits in Köln
GISELA ELSNER: Vom Fleisch und Blut
EATHERLY: Unschuld und Sühne
KURZWAGEN: Unerwünschter Raum
17 UND 4: Formel des Glücks
SESSIONS: Getrommelt und gepfiffen
ROBOTER: Das Biest
PROGRAMME: DROEMERSCHE VERLAGSANSTALT, MÜNCHEN.
PROGRAMME: INSEL-VERLAG, FRANKFURT AM MAIN
AUSWAHL: Ludwig Kusche: „Richard Strauss“
AUSWAHL: Vladimir Nabokov: „Andere Ufer“.
AUSWAHL: Leonardo Sciascia: „Der Tag der Eule“.
BELLETRISTIK, SACHBÜCHER
Bücher
ERINNERUNG, RACHE, PHANTASIE
SPIEGEL-VERLAG / HAUSMITTEILUNG
Datum: 27. April 1964 Be tr. : Reporter
Zeitungsleser verschmelzen ihre Vorstellungen vom Zeitungsschreiber mit Vorliebe in dem Klischee des „Reporters". SPIEGEL-Journalismus aber — das Zusammenfügen von Informationen zum Mosaikbild der Nachrichten-Geschichte — verlangt keine rasend-rücksichtslosen Reporter, sondern Redakteure, die in wissenschaftlicher Arbeitsweise bewandert sind.
Auf die Reportage mit ihrem Stimmungsgehalt, ihrem kurzlebigen Regenbogenschimmer der Nebensächlichkeiten und ihrer Subjektivität hat der SPIEGEL verzichtet, solange er damit beschäftigt war, unverzichtbare Elemente (Nachrichten-Geschichte, Titel-Geschichte, SPIEGEL-Gespräch, dann auch SPIEGEL-Report) zu entwickeln. Das Fehlen der Reportage und die Beschränkung auf „klassische" Formelemente des Nachrichten-Magazins wurden freilich von des SPIEGELS eigener Redaktion zuweilen als Verzicht, ja als Mangel empfunden, wenn andere Redaktionen mit den Stilmitteln der Reportage ein Ereignis besser in den Griff bekommen hatten. 1956 ging der Kummer darüber so weit, dass der SPIEGEL eine Reportage der „Süddeutschen Zeitung" über die benerzten Olympischen Winterspiele in Cortina nachdruckte. Der Autor wurde später zum SPIEGEL verpflichtet und schreibt hier seit 1961 als „Peter Brügge" Reportagen über Gesellschaft und Society.
Puristen des SPIEGEL als Nachrichten-Magazin mögen diese Arrondierung seines Betätigungsfeldes im Auge gehabt haben, wenn sie dem SPIEGEL vorwarfen: „Die Kolumnen überwuchern die Stories" (so Ludolf Herrmann in „Werkhefte"). Aber solche Puristen übersehen, dass der redaktionelle Umfang des SPIEGEL von Jahrgang zu Jahrgang wächst — im I. Quartal 1964 zum Beispiel gegenüber der Vergleichszeit des Vorjahrs um 87 Seiten oder 15 v. H. Ein Mehr an Kolumnen und Reportagen bedeutet nicht ein Weniger an SPIEGEL-Stories.
Neben dem Gesellschafts-Reporter Peter Brügge schreiben seit kurzem die politischen Reporter Hermann Schreiber (ehemals "Stuttgarter Zeitung") und Dieter Schröder (ehemals „Süddeutsche Zeitung") im SPIEGEL; als Justiz- und Kriminal-Reporter kommt Gerhard Mauz (bisher „Die Welt") in Kürze hinzu.
Reporter Schröder bat in der vorletzten Woche den Bundeskanzler in den Garten des Kanzler-Palais, wo das SPIEGEL-Farbtitelbild für dieses Heft aufgenommen wurde. Reportagen von Schreiber und Brügge in diesem SPIEGEL handeln vom Dienstgefolge Heinrich Lübkes in Südamerika (Seite 134) und von der New Yorker Weltausstellung (Seite 108). Dass Schröders Reportage über den neuen Regierungsstil unter Ludwig Erhard (Seite 25) das Titelbild dieses SPIEGEL trägt, ist Anlass, auf die Aufgabe des Reporters im SPIEGEL hinzuweisen: Ein „Stück Natur, betrachtet durch ein Temperament" ist nach Zola ein Kunstwerk. Doch kann auch eine Reportage dabei herauskommen.
gutes Exemplar, ordentlich,
- Verlag:
- spiegel-verlag
- Zeitschrift, Heft
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- B00053074
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