Klopfzeichen, Kunst und Kultur der 80er Jahre in Deutschland - Mauersprünge : [Begleitbuch zur Doppelausstellung im Museum der Bildenden Künste Leipzig und im Zeitgeschichtlichen Forum vom 3. August 2002 bis 27. Oktober 2002 ; im Museum Fol

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  • Umfang/Format: 199, 198 Seiten : zahlreiche Illustrationen ; 28 cm
  • Anmerkungen: Literaturangaben
  • Einbandart und Originalverkaufspreis: fester Pappeinband Wendebd. : EUR 49.90 3-932545-47-8 fester Pappeinband Wendebd. : EUR 49.90
  • Sachgebiet: Bildende Kunst ; 63 Geschichte und Historische Hilfswissenschaften

Seit 1961 ist Deutschland endgültig geteilt. Doch bleibt die Mauer nicht unüberwindbar. Den Künstlern - Dichtern wie Malern - kann, so Günter Grass in einem Aufsatz von 1982, »nachhaltig keine Grenze gezogen werden«, sie sind »Mauerspringer aus Passion«.
Künstler aus Ost und West tragen mit ihrem Werk zum inneren Zusammenhalt des Landes bei. Mit Ausdauer fügen sie der Mauer Sprünge zu, bis sie bricht.
Der Kontakt zwischen Künstlern aus beiden Teilen Deutschlands ist in all den Jahren der Trennung nie abgerissen. Nach der willkürlichen Ausbürgerung Wolf Biermanns durch die SED-Führung 1976 aus der DDR, nimmt die Intensität der Beziehungen zu. Viele Künstler, die in den Westen gedrängt werden, halten die Verbindung in die DDR aufrecht. In der Bundesrepublik gibt es ein großes Interesse an Literatur, bildender Kunst, Musik, Film und Theater aus dem Osten. Das Publikum in der DDR nutzt jede Möglichkeit, Kunst aus der Bundesrepublik kennen zu lernen. Mit dem Kulturabkommen werden nach zähem Ringen erst 1986 die staatlichen Voraussetzungen für einen intensiven Kulturaustausch geschaffen.
Dieser Teil des Buches - Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung des Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig - nimmt erstmals das produktive Miteinander von Künstlern aus beiden deutschen Staaten in den 198oer Jahren in den Blick.
Gemeinsam mit dem Teil - »Wahnzimmer« - ist es all jenen »Mauerspringern« gewidmet, die mit ihren andauernden »Klopfzeichen« der Mauer nachhaltige Sprünge zugefügt haben und so zu ihrer Überwindung Entscheidendes beigetragen haben.
Die Herausgeber:
Bernd Lindner, Kultursoziologe und -historiker, Wissenschaftlischer Mitarbeiter im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig
Rainer Eckert, Historiker, Direktor des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig
Die 198oer Jahre bildeten das letzte Jahrzehnt der Nachkriegszeit, an deren Ende ein dramatischer Umbruch, die Auflösung der bipolaren Weltenteilung steht. Die Publikation zeigt, in welcher Weise bildende Kunst dieses Jahrzehnt kommentiert, und wie die von ihr hervorgebrachten Bildwelten über literarische und geschichtswissenschaftliche Hinwendungen hinausweisen. Im westdeutschen Klima einer postmodernen »anything-goes«- Stimmung trat Anfang der 80er Jahre im Umfeld von Martin Kippenberger und Georg Herold die »Neue Deutsche Kunst« auf den Plan, die sich unter dem Motto »Allemallachen« von der Pädagogisierung und massenmedialen Aufbereitung der Vergangenheit distanzierte. Gleichzeitig empfanden andere wie Lutz Dammbeck, Gustav Kluge oder Hubertus Giebe eine Wiederkehr der Geschichte. Während die Künstler im Umfeld des »Büro Berlin« jenseits offizieller Kunsträume die Kunst in reale Lebenszusammenhänge stellten und ihr Material aus bereits vorhandenen Produktionszusammenhängen destillierten, eroberte die »Mülheimer Freiheit« das traditionelle Medium der Malerei als subversive, ironisch-direkte Antwort auf elitäre und
entmaterialisierte Concept- und Minimal-Art. Musik, vor allem Punk, war dabei ein über die Mauer hinweg verbindendes und viele junge Künstler inspirierendes Element. Im Osten der geteilten Republik arbeiteten die »Auto-Perforations-Artisten« und neben ihnen andere mit einer künstlerischen Haltung unabhängig von herrschenden Ideologien und Reformbestrebungen und vertraten eine bis dahin nicht gekannte Lebenseinstellung, der der scheinbar allmächtige Staat machtlos gegenüberstand. Originäre Beiträge zur Fotografie leisteten etwa Gundula Schulze el Dowy und Thomas Florschuetz, während sich im Westen mit Becher-Schülern wie Thomas Ruff oder Candida Höfer die künstlerische Dokumentarfotografie durchzusetzen begann.
Die Autoren:
Claudia Banz arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin in verschiedenen Ausstellungsprojekten, Eugen Blume ist Leiter im Hamburger Bahnhof Museum für Gegenwart, Eckhart Gillen arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Museumspädagogischen Dienst Berlin.
 

gutes Exemplar, ordentlich,

Verlag:
Leipzig : Faber und Faber
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Artikelnummer:
B00070501
Gewicht:
2900 gr
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