- Umfang/Format: 30 cm, 3 Bände
- Sachgebiet: Allgemeines, Hochschulen
B. Vorwort des Bearbeiters
Die Calvörsche Bibliothek, auch Calvoeriana genannt, ist eine Kirchenbibliothek mittleren Umfangs von überwiegend barockem Charakter. Ihr Begründet ist der Generalsuperintendent von Grubenhagen, Magister Caspar Calvör (1650-1725). Nach neunjährigem Universitätsaufenthalt in Jena und Helmstedt wurde ihm 1677 die Diakonatspfarrstelle in Zellerfeld übertragen. Für wissenschaftliche Arbeit schon immer aufgeschlossen, ging er bald an die Sammlung einer eigenen Bibliothek, deren Grundstock wohl die vom Vater, Pastor Joachim Calvör, ererbten Bücher bildeten.
Laut Testamentsbestimmung vom 3. Juni 1702 sollten die Bücher nach Calvörs Tode verkauft und der Erlös den Barkapitalien zugeschlagen werden. Nach dem frühen Ableben seiner Ehefrau - die Zellerfelder Zehntnerstochter Catharina Sophie Wiechmann verstarb am 31. August 1704 nach einer 25jährigen, kinderlosen Ehe - änderte Calvör das Testament auch in bezug auf seine Bücher und vermachte nunmehr am 8. Februar 1705 seine gesamte Bibliothek der Kirche zu Zellerfeld. Von dieser Stiftung her trägt sie auch den Namen "Zellerfelder Kirchenbibliothek". Dort sollte sie auf der Empore hinter der Kanzel ihren beständigen Platz finden. Damals umfaßte sie etwa 1000 Sammelbände.
Bei der Ernennung zum Generalsuperintendent en von Grubenhagen im Jahre 1710 mußte Calvör nach Clausthal übersiedeln. Seine Bibliothek, inzwischen auf etwa 1400 Bände angewachsen, verblieb jedoch in der Zellerfelder Kirche. Hier war auch ein Teil der Bergamts-Registratur in den oberen Kanzelstuben untergebracht. Um Platz für seinen "feinen nützlichen Thesaurum", wie Calvör seine Bücher bezeichnete, zu gewinnen, bat er 1712 den Vize-Berghauptmann Bodo Adolf von Heimburg, die Archivbestände zusammenrücken zu lassen. Sein Wunsch sei, daß der gewonnene Platz auf eigene Kosten ''zum domicilio derer lieben Musen" hergerichtet werde.
Die Vermehrung der Calvörschen Bibliothek nahm ihren Fortgang. Freunde Calvörs trugen fleißig dazu bei. Ein Glied der Zellerfelder Kirchengemeinde, Johann Valentin Siegel, fürstlich braunschweig-lüneburgischer Hofrat und Resident in 's-Gravenhage, von Calvör als Liebhaber Gottes und der Musen bezeichnet, stiftete im Jahre 1714 sechshundert Taler für die Calvoeriana, die er als eine "Bibliotheca universalis" bezeichnet. Sie war demnach schon damals keine Fachbibliothek eines Theologen, sondern umfaßte viele Wissensgebiete. Die Hälfte des Siegelschen Legats sollte zur alsbaldigen Anschaffung von Büchern dienen; die restlichen 300 Taler mußten in Land angelegt und für die Pachterträge künftig Bücher gekauft werden.
Beim Tode Calvörs am 11. Mai 1725 stellte man anläßlich der Testamentseröffnung einen Gesamtbestand von 2964 Bänden fest, wobei es sich um etwa 8000 bibliographische Einheiten gehandelt haben mag. Es gehörte zu den Gepflogenheiten jener Zeit, mehrere bibliographische Einzelstücke zu vereinigen; so sind 50 und mehr Einzelschriften in einem Band keine Seltenheit. Somit waren beim Tode des Stifters etwa zwei Drittel des heutigen Bestandes der Calvörschen Bibliothek vorhanden.
Die Verwaltung und Vermehrung seiner Büchersammlung hatte Calvör im Testament genau festgelegt. Der jeweilige Superintendent von Zellerfeld war zum Oberaufseher bestimmt, während einem der Schulkollegen die eigentliche Verwaltung gegen eine ...
gutes Exemplar, ordentlich
- Verlag:
- Clausthal-Zellerfeld : Universitätsbibliothek
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