- Umfang/Format: 193 Seiten : Illustrationen ; 31 cm
- Erscheinungsjahr: 1994
- Einbandart und Originalverkaufspreis: Gewebe : DM 98.00
- Sachgebiet: Bildende Kunst ; 63 Geschichte und Historische Hilfswissenschaften ; 64 Sozialgeschichte ; 55 Romanische Sprach- und Literaturwissenschaft ; 25 Volkskunde, Völkerkunde
- Schlagwörter: Gabe
Geben und empfangen — hinter dieser schlichten, geläufigen Formel für Zuwendung und Bedürftigkeit verbirgt sich ein mächtiges und vielfältig wirksames soziales, geistiges und ästhetisches Verhaltensmodell, das in sehr unterschiedlicher Weise sowohl den Alltag als auch die Kunsttätigkeit prägt. Der luxuriöse Zauber, den wir vor schönen Dingen und vor ihrer Darstellung empfinden, ebenso wie die Gesten der Barmherzigkeit, die prasserische Vergeudung ebenso wie die elementare Bitte um Beistand und Hilfe, aus der Armut und Elend die letzte Hoffnung schöpfen, sind Bestandteile einer Geschichte des (gewährten oder verweigerten) Austauschs, auf dem die Geschichte der Menschen gründet.
Jean Starobinski untersucht in seinem Buch die Geschichte dieses Austauschs an ausgewählten poetischen, bildnerischen, religiösen, philosophischen Zeugnissen: an Texten, Zeichnungen, Stichen, Gemälden, Photographien und Filmszenen (die Kette der Beispiele reicht von Rousseau bis zu Goethe, von Dürer bis zu Eisenstein und Artaud). Starobinski zeigt, wie Schriftsteller und Künstler in Europa die Idee der Gabe (die die Aspekte des Glücks, der Wohltätigkeit, der Not einschließt) gefaßt, gedeutet und dargestellt haben. Und daß sie auf diese Weise uns nicht nur eine wesentliche Erfahrung erschlossen, sondern auch der Welt ein Stück Phantasie und Wahrheit hinzugefügt haben. Geben und Empfangen, Empfangen und Geben sind Bestimmungsgrößen sowohl der Humanität als auch des Kunstentwurfs der Welt. Ihr Grundgesetz heißt Gegenseitigkeit. »Man muß den symmetrischen Tausch vom asymmetrischen unterscheiden. Die Gaben können auf gleichem Niveau zirkulieren. Aber auch in der Verschiedenheit: dann bedeuten sie reich und arm, den erhabenen Spender und den unterwürfigen Empfänger. [. . 1 Es gibt soziale Regeln, die den Geber und den Empfänger in einem unveränderlichen Abstand festsetzen. Andere erlauben einen Tausch der Rollen. Jean Starobinski)
gepflegtes Exemplar, nur kleine Lesespuren
- Verlag:
- Frankfurt am Main : Seiten Fischer
- gebundene Ausgabe
- Artikelnummer:
- L00046563
- Gewicht:
- 1900 gr
- Lagerplatz:
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