- Ausgabe: 1. Auflage
- Umfang/Format: 200 Seiten : zahlreiche Illustrationen (z.T. farbige) ; 23 cm
- Erscheinungsjahr: 1978
- Schlagwörter: Porzellan ; Porzellanindustrie ; Berlin ; Berlin ; Jahrhundert, 18. / Bildende Kunst ; Jahrhundert, 19. / Bildende Kunst ; Firmengeschichte ; Jahrhundert, 18. / Gesellschaft, Wirtschaft ; Jahrhundert, 19. / Gesellschaft, Wirtschaft ; Berlin / Kunst, Kunsthandwerk ; Porzellan / Länder, Gebiete, Völker // Berlin
Die Berliner Porzellanmanufaktur gehört neben der Meißener zu den bedeutendsten Produktionsstätten künstlerischen Porzellans in Europa im 18. und 19. Jahrhundert; ihre Erzeugnisse bereichern heute in großer Zahl die Bestände von Museen und Kunstsammlungen. Ihre Entwicklung zeichnet Dr. Günter Schade, Direktor des Kunstgewerbemuseums Berlin-Köpenick, in dem vorliegenden Band an vielen Beispielen ihrer künstlerischen Ausprägung, kunstvollen Vasen, Servicen, Tafelaufsätzen, Tassen, Tellern und Schalen wie auch Figuren, nach.
Zu Recht widmet er breiten Raum den Vorläufern der «Königlichen Porzellanmanufaktur>: den ersten Versuchen der Porzellanherstellung in Brandenburg-Preußen am Anfang des i8. Jahrhunderts, der Steinzeugmanufaktur in Plaue (Havel) und den Versuchen Johann Heinrich Potts zur Erfindung des Porzellans in Berlin, sodann den ersten Berliner Porzellanmanufakturen von Wilhelm Kaspar Wegely und Johann Ernst Gotzkowski.
Im Mittelpunkt steht die «Königliche Porzellanmanufaktur« nach ihrer Übernahme durch Friedrich II. im Jahre 1763. Damit beginnt der künstlerisch und kulturgeschichtlich bedeutendste Abschnitt in der Entwicklung der Manufaktur: Im Sinne des barocken
Gesamtkunstwerks vom gleichen geistigen
Anspruch und Ideengehalt geprägt wie die Innenausstattung der Schlösser in Berlin und
Potsdam, erlangten ihre Erzeugnisse einen im Vergleich mit anderen Manufakturen eigenen Charakter. Der Verfasser versteht es, den Aufstieg der Manufaktur als Ausdruck der politischen und wirtschaftlichen Situation Preußens am Ende des Siebenjährigen Krieges sichtbar zu machen. Dabei gelingt es ihm, die Zusammenhänge zwischen der wider-Spruchs- und verhängnisvollen Politik Friedrichs II. und seinem persönlichen Anteil an der Entwicklung der Manufaktur, ihrer Rolle als Wirtschaftsfaktor im System des Merkantilismus, ihrer Aufgabe, dem Repräsentationsbedürfnis und dem Luxus des Hofes und des Adels zu dienen, ihrer hohen künstlerischen Leistungsfähigkeit und nicht zuletzt den sozialen Verhältnissen der Manufakturarbeiter zu erhellen und alle diese Aspekte in das rechte Verhältnis zu setzen.
Als einen zweiten Höhepunkt in der Geschichte der Berliner Porzellanmanufaktur behandelt der Verfasser den vom Klassizismus geprägten Abschnitt des 19. Jahrhunderts, in dem der wachsende Einfluß des Bürgertums nach der Französischen Revolution seinen Ausdruck auch in dem künstlerischen Stilwandel des Porzellans fand. Der Band schließt mit einem Ausblick auf die Entwicklung der Manufaktur im Zeichen des Historismus und des Jugendstils bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts.
gutes Exemplar, Einband mit normalen altersbedingten Spuren
- Verlag:
- Leipzig : Koehler und Amelang
- gebundene Ausgabe,
- Artikelnummer:
- B00072823
- Gewicht:
- 400 gr
- Lagerplatz:
- L47