Orangen vor ihrem Fenster / Jürg Federspiel. Ausgew. u. mit e. Nachbemerkung vers. von Ingeborg Quaas

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  • Ausgabe: 1. Auflage
  • Umfang/Format: 190 Seiten ; 19 cm
  • Anmerkungen: Lizenzausg. d. Piper-Verlag, München, u.d. Luchterhand-Verlag, Darmstadt u. Neuwied.
  • Erscheinungsjahr: 1977

»Auf seine eigene Erfahrung, die nicht allgemein gültig ist, zurückgeworfen, kämpft er ohnmächtig mit der Ohnmacht seiner Heimat.« Dieser Satz, aus dem Nachdenken über die »Provinzler-Herkunft« mancher Schweizer Filmhelden entstanden, bezeichnet zugleich das eigene Dilemma des Schweizer Schriftstellers und Journalisten Jürg Federspiel (Jahrgang 1931).
•    Ohne Selbstmitleid reibt er sich an seiner Heimat, voller Wut auf sie und voller Sehnsucht nach ihr. Gleich Höllenrichtern sondern seine Geschichten jenes, was auf die Seite der Finanzgnome und kontaktlosen Pfahlbürger gehört, von den Zügen lebendiger, lebensfähiger Menschlichkeit. Was nicht standhält, verdammt er in die Abgründe des Grotesken, liefert er einem Gelächter aus, das dem Leser seiner Geschichten manchmal im Halse steckenbleibt. So läßt er einen vertrockneten Greis, der sich die Lebenslüge aufgebaut hatte, als einziger die »Titanic«-Katastrophe überlebt zu haben, und dadurch zu Wohlstand und falschem Ansehen gelangt ist, in der Badewanne ersaufen. Sorgenvoll dagegen ist sein Umgang mit den wenigen für ihn auffindbaren Zeugnissen echter Menschlichkeit. Bei Außenseitern und Benachteiligten, die er meist im Blick hat, fragt er wach und behutsam, wie sie dazu werden konnten oder mußten, was ihnen trotzdem die Kraft gibt, anders zu sein als die übermächtige Gesellschaft um sie herum. In allen seinen Erzählungen, die in den drei Bänden »Orangen und Tode« (1961), »Der Mann, der Glück brachte« (1966) und »Paratuga kehrt zurück« (1973) enthalten sind, sowie' in seinem bisher einzigen Roman »Massaker im Mond« (1963) — gelangt Jürg Federspiel über die Darstellung von Einzelfällen nicht hinaus, aber aus der Summe seines Werkes ergibt sich ein beklemmendes Zeugnis vom Kampf gegen die Ohnmacht des isolierten Individuums.
Federspiel setzt seine Hoffnung auf jene, die den Bedrohten Zeichen zu geben wagen — wie eine junge Frau während des Faschismus, die Orangen in ihr Fenster legte.
 

Federspiel, Jürg

ordentliches Exemplar, Einband und Buchblock  mit kleinen Lesespuren, Buchblock altersgemäß gebräunt, Gesamtzustand: gut

Verlag:
Berlin : Verlag Volk u. Welt
broschiert,
Artikelnummer:
B00041321
Gewicht:
400 gr
Lagerplatz:
A39