- Umfang/Format: 175 Seiten : ?berwiegend Illustrationen ; 24 cm
- Einbandart und Originalverkaufspreis: : DM 24.80 (unverbindliche Preisempfehlung)
- Sachgebiet: Bildende Kunst ; 17 Wirtschaft ; 18 Arbeit
Vorwort
Oft trifft man sie auf Seite 1 an, noch öfter auf Seite 3. Rechts oben. Oder links. Vor, während oder nach dem Frühstück Auf dem hektischen Weg zum Arbeitsplatz. Oder bewahre! — gar im Büro, während der Arbeitszeit? Bei des Bundesbürgers liebster »Morgengymnastik«, dem Zeitunglesen. Ob in der Hannoverschen Allgemeinen, der FAZ oder der tz München, ob im Spiegel, Playboy oder im Handelsblatt — selten sind sie bieder, oft bissig, immer auf dem Punkt, immer dort, wo »der Schuh drückt«. Eher subtil als brutal kommentieren sie das Zeitgeschehen.
Karikaturen.
Wozu nun ein Sammelband wie dieser? Und für wen? Nun, zum einen, weil es Spaß macht. Zum anderen, weil Karikatur an sich Satire ist. Satire (fast) ohne Worte. Nicht ausgewogen, wo Ausgewogenheit die große Mode ist. Nicht abgepackt, wo zunehmend die Verpackung zählt. Und nicht mundgerecht, wo wir's vorgekaut gewöhnt sind. Gottseidank! Ein Stück »streitbare Demokratie« gewissermaßen. Auf das wir — in aller Bescheidenheit, versteht sich — ein bißchen stolz sein können.
Und warum Karikaturen zur Wirtschaftspolitik und Arbeitswelt? Ganz einfach, weil sich uns die Wirtschaft mit ihren Themen immer stärker aufdrängt. Unseren wachsenden Bedürfnissen stehen immer knapper werdende Güter gegenüber. Kein Wunder, daß dies Widersprüche und Konflikte schafft. Den Karikaturisten ein willkommener Anlaß, den Zeichenstift zu schwingen. Explodierende Ölpreise, Konjunkturvorhersagen, die Staatsverschuldung, neue Technologien, die soziale Partnerschaft. Themen über Themen. Auffallend ist, daß sich in der Karikatur das Verhältnis der Sozialpartner zueinander entkrampft hat. Das Zerrbild des Unternehmers mit Melone, Stresemann, Havanna, kurzen Beinen und dickem Bauch tritt zurück. An seiner Stelle steht der Unternehmer, der mit Ideenreichtum, Sachkenntnis, Fleiß und sozialem Verantwortungsbewußtsein den Kampf mit den Sachzwängen aufnimmt..
Was mögen das nun für Leute sein, diese Karikaturisten, mag sich manch einer fragen. Gelingt es ihnen doch, mit einigen wenigen Federstrichen das Typische wie auch das Widersinnige unserer Verhältnisse zu skizzieren. Scharf, sinnfällig, unzweideutig. Mit einem klaren »Dafür oder Dagegen«. Und wo hat man das heutzutage noch?
»Wir sind«, so erläutert es ein Verdienter aus der Zunft, Jupp Wolter, »Wir sind keine Tugendbolde. Wir sind Kritiker mit dem zugestandenen Recht zu übertreiben. Wir müssen übertreiben, wie ein Huhn Eier legen muß. Wir illustrieren nicht das Tatsächliche, wir transportieren es in eine Fabel, in eine Vereinfachung, die in der Übertreibung das Beiwerk entblättert und mit ein paar Strichen den Kern bloßlegen will. Die Bosheit, die der geschriebene Kommentar in ein Pfühl juristisch nicht angreifbarer Doppeldeutigkeiten polstern kann, müssen wir mit ein paar nackten Strichen aussprechen«.
Das, was sie Ihnen nun (nur Geduld!) auf den folgenden Seiten präsentieren werden, die Haitzingers, Hanels und Staubers, die Wolters, Benschs, Gottschebers und Liebermanns, das ist nicht nur hier und heute aktuell, sondern auch nach Jahren noch verständlich und genießbar. In des Wortes wahrster Bedeutung.
gutes Exemplar, ordentlich,
- Verlag:
- Königstein/Ts. : Verlag Audiowissen
- Artikelnummer:
- B00069246
- Gewicht:
- 400 gr
- Lagerplatz:
- A71