- Umfang/Format: 95 Seiten : Illustrationen ; 20 cm
- Erscheinungsjahr: 1977
Anekdoten wollen erzählt, nicht erklärt werden. „Wesenszug der Anekdote ist", schreibt Karel Capek, „daß man sie von jemandem gehört hat, der hat sie wieder von jemand anderem gehört und so weiter ins Unabsehbare." So gibt es für die meisten Anekdoten kaum einen Autor. Sie werden geboren irgendwo, entstehen aus einer einmaligen Situation heraus, halten Unwiederholbares fest. Sie werden vergessen, tauchen in anderer Gestalt wieder auf, die Überlieferung nimmt etwas fort, fügt etwas hinzu, kurz: Die Anekdote braucht die Phantasie des Erzählers, von ihr erhält sie den Lebensatem. Mag eine Anekdote auch Farbe und Gestalt verändern, sie bezieht ihren Reiz nur aus der Person, um die sie sich rankt. Erst eine literarische, politische, künstlerische Persönlichkeit verleiht ihr Brisanz und Ausstrahlung. Oft ist es der unverwechselbare Charakter eines Menschen, der den Boden für Anekdotisches bereitet. Oft sind es extreme gesellschaftliche Situationen, die das Wesen einer Persönlichkeit schlaglichtartig erhellen. Kaum eine Zeit, die nicht auch in der Anekdote ihren charakteristischen Ausdruck gefunden hätte. Die Anekdote, diese ernste und heitere, alte und junge Begleiterin des Menschen, stellt uns Vergangenheit und Gegenwart auf ihre Weise vor Augen.
gutes Exemplar, Einband mit kleinen altersbedingten Spuren
- Verlag:
- Berlin : Henschelverlag Kunst u. Gesellschaft
- Gebundene Ausgabe
- Artikelnummer:
- B00044284
- Gewicht:
- 400 gr
- Lagerplatz:
- L30