- Ausgabe: 1. Auflage
- Umfang/Format: 387 Seiten ; 21 cm
- Anmerkungen: Ausg. für d. DDR. - Bibliogr. Seiten 382 - 384
- Erscheinungsjahr: © 1984
- Einbandart und Originalverkaufspreis: : M 11.80
- Sachgebiet: Slawische und baltische Sprach- und Literaturwissenschaft ; 2302 Literaturwissenschaften ; 51 Allgemeine und Vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft
- Schlagwörter: Simonow, Konstantin ; Sozialistische Literatur ; Sowjetliteratur ; Simonow, Konstantin M.
Selbstdarstellungen der eigenen Werke und Entwicklungen pflegen Schriftsteller vor allem von ihren ursprünglichen Intentionen zu erzählen. Dadurch offenbart sich eine neue Dimension ihres Schaffens. Das gilt auch für Simonows autobiographische Schriften und Selbstinterpretationen. Zugleich vermitteln sie aber noch bedeutend mehr auf Grund der Eigenart dieser Schriftstellerpersönlichkeit, des erstaunlichen zeitgeschichtlichen Zeugnischarakters seiner Werke und seiner nahezu seismographischen Erneuerungsfähigkeit. Konstantin Simo-
. now (1915-1979) war einer der vielseitigsten und zukunftswilligsten Schriftsteller unserer Zeit. Literaturhistoriker mögen darüber streiten, wann und wo er am bedeutendsten und wirksamsten war. Vielen wird Simonows Kriegslyrik, vor allem das Gedicht »Wart auf mich«, ein unvergeßliches Erlebnis bleiben. Kaum geringer dürfte die Zahl jener Leser sein, für die der Stalingradroman »Tage und Nächte« eine erste zukunftswichtige seelisch-geistige Bewältigung des zweiten Weltkrieges war. Der spätere, aus neuer historischer Einsicht entstandene Roman »Die Lebenden und die Toten« — der erste Teil der späteren Trilogie — öffnete vielen Lesern den Blick für bis dahin nur unterschwellig geahnte tragische Verkettungen, die das Schicksal der Menschen, der Völker, des Jahrhunderts im Kriege offen-
barten. Simonows »Kriegstagebücher« dokumentieren schließlich im Kontrast zwischen ursprünglichem unmittelbarem Erleben der Ereignisse und ihrem späteren Verstehen an einem literatur- und zeitgeschichtlich einzigartigen Beispiel die Genesis, Dialektik und Perspektive der Entwicklung Konstantin Simonows. Unvergessen ist nicht zuletzt auch der Kulturpolitiker, der Herangereiftes zur Bereicherung unserer Literaturgesellschaft freizusetzen vermochte — besonders das große Nachlaßwerk Michail Bulgakows, mit dem ihn gemeinsame Traditionen verbanden, von dem ihn aber insgesamt sehr viel trennte und den er schließlich doch als einen unverzichtbaren Mitstreiter für die angestrebte neue Weltordnung schätzenlernte.
In das immer wieder neu zu bedenkende Leben und Schaffen Konstantin Simonows bietet die vorliegende Auswahl von autobiographischen Texten, Reden, Aufsätzen und Interviews aus den letzten beiden Jahrzehnten seines Lebens aufschlußreiche Einblicke. Und besondere Beachtung verdient der Band, weil er auch vorrangig das komplizierte, wechselvolle Verhältnis des sowjetischen Schriftstellers zu den Deutschen dokumentiert.
ordentliches Exemplar, Einband und Buchblock mit kleinen Lesespuren, Buchblock altersgemäß gebräunt, Gesamtzustand: gut
- Verlag:
- Berlin : Verlag Volk u. Welt
- gebundene Ausgabe
- Artikelnummer:
- B00047258
- Gewicht:
- 400 gr
- Lagerplatz:
- P12